Breadcrumb Navigation

Behandlung von Bewegungsstörungen

Zur Ausführung einer bestimmten Bewegung muss man nicht bewusst jeden einzelnen Muskel bewegen. Vielmehr erfolgt die Steuerung einer Vielzahl von Muskeln gleichzeitig und koordiniert vollautomatisch. Eine wichtige Rolle bei dieser Koordination spielen die Stammganglien im Zentrum des Gehirns (in der Abbildung unten durch blaue Kreise dargestellt). Diese aktivieren und hemmen sich gegenseitig, so dass letztendlich die Muskeln des Körpers perfekt abgestimmt gesteuert werden, was zu harmonischen und gut kontrollierten Bewegungen führt.

Ablauf

Kommt es durch eine Krankheit (z.B. Morbus Parkinson) zu einem Ungleichgewicht in dieser Feinabstimmung, treten verschiedene Störungen der Bewegungsabläufe des Körpers auf. Bei Parkinson-Patienten ist dies in der Regel eine Verlangsamung der Bewegungen, mit oder ohne Zittern (Tremor). Andere Patienten leiden unter einem isolierten Tremor, wiederum andere unter einer langanhaltenden Muskelanspannung (Dystonie), welche zu Fehlstellungen in Gelenken führt (z.B. Schiefhals oder Schreibkrampf). Dies sind nur einige Beispiele von Bewegungsstörungen, welche auf dem Boden einer fehlerhaften Koordination einzelner Hirnregionen beruhen.

Durch Beeinflussung (meistens Hemmung) an einer anderen Stelle in diesen Stammganglien ist es möglich, das Ungleichgewicht weitgehend zu beseitigen.

Die erste und wichtigste Behandlung bei einer Bewegungsstörung ist natürlich die Gabe von Medikamenten. Diese können oft für lange Zeit die oben beschriebenen Störungen erfolgreich kontrollieren.

Irgendwann wird ein Punkt erreicht, an dem Medikamente allein nicht mehr ausreichen, um ein zufriedenstellendes Behandlungsergebnis zu erreichen. Oft treten auch Nebenwirkungen der Langzeittherapie auf und eine Reduktion der Medikamente ist wünschenswert. In solchen Fällen stellen die chirurgischen Therapien eine wirkungsvolle Möglichkeit dar.

Medikamentendispensers eines Parkinson-Patienten mit einer fortgeschrittenen Erkrankung

Jede dieser Behandlungen hat ihre Stärken und Schwächen und nicht alle sind für die Therapie der gleichen Beschwerden geeignet. Ihr Arzt wird Ihre Symptome genau in Augenschein nehmen und aufgrund seiner Erfahrungen eine oder mehrere der hier aufgeführten Techniken empfehlen.

  • Tiefe Hirnstimulation
    Über ein Bohrloch wird eine feine Elektrode in das Gehirn implantiert. Ein Schrittmacher moduliert gezielt die Funktionen bestimmter Hirnregionen. Sie Stimulation kann jederzeit an den Bedarf angepasst werden.
  • MR-gestützter Hochintensitäts-Fokussierter Ultraschall
    Unter MRT-Bildkontrolle werden Schallwellen aus 1024 Ultraschallquellen in einem Punkt konzentriert. Die Erwärmung des Gewebes in diesem Punkt schafft eine gezielte Läsion. Dadurch kann die Funktion von Hirnregionen beeinflusst werden.
  • Duodopa-Pumpe
    Statt der Einnahme von L-Dopa als Tabletten gibt eine Pumpe das Medikament kontinuierlich direkt in den Darm ab. Dadurch wird eine sehr gleichmässige Medikamentenwirkung erreicht.

Verantwortlicher Kaderarzt

Christian Baumann, Prof. Dr. med.

Leitender Arzt, Klinik für Neurologie

Spezialgebiete: Parkinson, Bewegungsstörungen, Schlafmedizin
Tel. +41 44 255 55 11

Lennart Stieglitz, PD Dr. med.

Leitender Arzt, Klinik für Neurochirurgie
Stv. Klinikdirektor, Klinik für Neurochirurgie

Spezialgebiete: Funktionelle Neurochirurgie, Intraoperative Bildgebung und Computer-assistierte Neurochirurgie, Bewegungsstörungen
Tel. +41 44 255 99 05

Für Patientinnen und Patienten

Sie können sich als Patientin oder Patient nicht direkt zu einer Konsultation anmelden. Bitte lassen Sie sich durch Ihren Hausarzt, Ihre Hausärztin, Ihren Spezialisten oder Ihre Spezialistin überweisen. Für Fragen nutzen Sie unser Kontaktformular.

Für Zuweisende

Weisen Sie Ihre Patientin oder Ihren Patienten einfach online oder per Email zu.

 

Universitätsspital Zürich
Klinik für Neurologie
Abteilung Bewegungsstörungen
Frauenklinikstrasse 26
8091 Zürich

Tel. +41 44 255 55 08

Behandelnde Fachbereiche

Klinik für Neurologie

Klinisches Neurozentrum

Verwandte Krankheiten