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Parkinson: Physio- und Ergotherapeutische Behandlung

Das Parkinson-Syndrom (Morbus Parkinson) ist eine der häufigsten neurologischen chronischen Erkrankungen des Nervensystems. In der Schweiz leben rund 15‘000 Parkinson-Betroffene. Männer und Frauen sind etwa gleich oft betroffen. Mit fortschreitender Krankheit werden Betroffene meistens in ihrer Bewegungsfähigkeit eingeschränkt, z. B. beim Aufstehen aus dem Bett oder beim Gehen. Bei manchen Patienten und Patientinnen ist das Gleichgewicht so stark beeinträchtigt, dass sie oft stürzen.

Therapie

Die meist notwendige medikamentöse Therapie oder das Einsetzen eines tiefen Hirnstimulators, heilen die Krankheit nicht, sondern mildern die Symptome. Es ist erwiesen, dass intensive körperliche Aktivität einen positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf und die Lebensqualität hat. In der Physio- und Ergotherapie werden passende Übungen und Strategien instruiert, mit dem Ziel die Betroffenen für ein tägliches selbständiges Training zu gewinnen.

Gangsicherheit und Sturzprävention

  • Fachleute empfehlen ein gezieltes Gangtraining, Kräftigung der Beine und tägliches Gehtraining, um das Sturzrisiko zu verringern. In einer individuellen Beratung in der Physiotherapie werden Stolpersteine gemeinsam eruiert und Anpassungen sowie Tipps und Tricks für den Alltag besprochen.
  • Im Verlauf der Krankheit treten oft Phasen von Bewegungsblockaden (Freezing) auf. Dies behindert die Betroffenen beim Aufstehen, Loslaufen oder Wenden. Mittels gezielten Strategien (visuelle, auditive Inputs) können diese Blockaden teilweise überwunden werden.

Handmotorik

  • Feinmotorikeinschränkungen: Die Feinmotorik kann aufgrund von starkem Zittern der Arme/Hände oder auch wegen Blockaden eigeschränkt sein. Die Ergotherapie kann zum besseren Umgang damit wertvolle Methoden/Strategien geben.
  • Hilfsmittelberatung: Gerade im Bereich der eingeschränkten Handmotorik ergeben sich diverse Probleme im Alltag eines Betroffenen z. B. beim Essen mit Besteck, beim Trinken aus dem Glas etc. Um diese Aktivitäten wieder besser ausführen zu können, berät die Ergotherapie die Betroffenen bezüglich Einsatz von Alltagshilfen.
  • Schreibtraining: Das Schriftbild bei Betroffenen mit Parkinson verschlechtert sich oft im Verlaufe der Krankheit. Dafür bietet die Ergotherapie gezieltes Schreibtraining an, das der Symptomatik entgegenwirkt.

Schluckabklärung und Therapie

  • Im Rahmen des stationären Aufenthalts werden mögliche Schluckprobleme durch die FOT (Facio Oraler Trakt) -Therapeuten genau befundet.
  • Die Betroffenen werden bezüglich einer eventuellen Kost –und Konsistenzanpassung beraten
  • Mögliche Hilfestellungen (Haltung, Hilfsmitteleinsatz etc.) und Kompensationstechniken bezüglich dem Schlucken werden angeboten und geschult

Das Team der Physiotherapie bietet eine besondere Gruppentherapie zum Erlernen eines spezifischen Heimprogrammes an.

Zusammenarbeit

Die physio- wie ergotherapeutische Behandlung beruht auf enger Zusammenarbeit mit den verordnenden Ärztinnen und Ärzten. Durch gezieltem Einsatz von Assessments werden die spezifischen Parameter im Verlauf gemessen und mit den medizinischen Anpassungen verglichen.

Für Patientinnen und Patienten

Die Therapieangebote stehen primär den Patientinnen und Patienten des USZ zur Verfügung. Die Verordnung zur Therapie wird von Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt ist ausgestellt und zugesendet. Sie können sich als Patientin oder Patient nicht direkt zu einer Konsultation/Therapie anmelden.

Für Zuweisende

Weisen Sie Ihre Patientin oder Ihren Patienten einfach online zu.

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