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Schlaganfall: Physio- und Ergotherapeutische Behandlung

Je nachdem, welche Bereiche von der Blutzufuhr abgeschnitten sind, treten unterschiedliche Funktionsstörungen auf. Typisch sind Halbseitenlähmungen und Halbseitengefühlsstörungen. Der grösste Teil der Rückbildung von neurologischen Ausfällen geschieht in den ersten drei bis sechs Monaten. Durch den frühen Beginn von Ergo- und Physiotherapie wird die Anpassungsfähigkeit des Gehirns (therapieinduzierte Neuroplastizität) und damit die Erholung von den neurologischen Ausfällen, sowie das Wiedererlangen der Selbstständigkeit, massgeblich gefördert.

Ergo- und Physiotherapie in der Frührehabilitation

Ein interprofessioneller rehabilitativer Ansatz gewährleistet eine optimale Beurteilung und Rehabilitation des Patienten oder der Patientin. In regelmässigen Abständen wird der Verlauf eines Patienten oder einer Patientin neu beurteilt und Ziele und Massnahmen der aktuellen Situation angepasst. Die Aufgabe der Physiotherapie ist dabei besonders die Beurteilung der Bewegungskontrolle und Bewegungsfähigkeit im Alltag. Übergeordnetes Ziel ist das Wiedererreichen der Selbstständigkeit mit bestmöglichem Wiedererlernen verlorener Körperfunktionen sowie das Verhindern von Komplikationen wie beispielsweise Lungenentzündung, Schmerzen durch Fehlbelastung oder Verletzung. Mögliche Teilziele:

  • Vertiefte und erleichterte Atmung im Vergleich zur Atmung in der passiven Rückenlage
  • Gesteigerte Wachheit über gezieltes Aktivieren und frühes Aufsitzen
  • Zunahme der Körperwahrnehmung. Eine Integration der betroffenen Seite ins Körperschema ist wichtig, damit das Gehirn diese Seite nicht “vergisst”
  • Zunahme der Orientierung im Raum und des Situationsverständnisses als Voraussetzung für gezieltes Bewegen
  • Fähigkeit, bestimmte Haltungen wie Sitzen oder Stehen einnehmen zu können und sich ohne Verlust des Gleichgewichtes bewegen zu können
  • Steigerung der Bewegungskontrolle und Kraft der betroffenen Körperseite
  • Kennen von geeigneten Bewegungsstrategien zur Optimierung der Selbständigkeit in den Aktivitäten des täglichen Lebens
  • Erreichung der Gehfähigkeit und allgemeinen Mobilität u. a. durch das gezielte Einsetzen von Hilfsmitteln wie Schuhe, Schienen, Gehhilfen, Rollstuhl
  • Steigerung der allgemeinen Ausdauerleistung durch Training von Herz und Lunge

In der Ergotherapie werden die alltäglichen Handlungen der Patienten und Patientinnen beurteilt. Übergeordnetes Ziel ist das Wiedererlangen der grösstmöglichen Selbständigkeit darin, z. B. von Körperpflege, Ankleiden und Essen. Vom ersten Tag an werden gezielte Hilfestellungen für die Durchführung dieser Aktivitäten angeboten. Mögliche Teilziele:

  • Steigerung der Selbständigkeit in der Selbstversorgung (Waschen/Anziehen/Essen)
  • Optimierung von Körperhaltung, Körperbewegung und Koordination in Zusammenarbeit mit der Physiotherapie
  • Steigerung des Bewusstseins von Vernachlässigungen einer Körperseite, das Training wird den Phasen der Aufmerksamkeitsstörung angepasst und führt bis zum Ziel, dass der Patient oder die Patientin Gefahren aufgrund der Einschränkungen selbständig erkennt und entsprechend handelt
  • Fördern kognitiver Leistungen wie Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Planen als Voraussetzung für selbstständiges Handeln
  • Optimierung der Funktionen der betroffenen Hand durch Funktionstraining und Abgabe von Hilfsmitteln. Hilfsmittel werden ausserdem zum Schutz instabiler Gelenke oder zur Erleichterung alltäglicher Aktivitäten eingesetzt
  • Positive Beeinflussung einer verminderten oder veränderten Körperwahrnehmung durch ein gezieltes Sensibilitätstraining mit verschiedenen Alltagsmaterialien. Dies ist eine Voraussetzung für koordinierte und effiziente Bewegungsabläufe wie z. B. Knöpfe schliessen

Grundlage der Physiotherapie sind die Prinzipien des motorischen Lernens

Für eine optimale Erholung nach einem Schlaganfall wird ein früher Therapiebeginn und eine möglichst hohe Trainingsintensität empfohlen. Die Übungsaufgaben sollen sinnvoll und bedeutend sein und müssen wiederholt geübt werden. Der Patient oder die Patientin soll möglichst aktiv und motiviert am Training teilnehmen und Spass und Erfolg erleben können. Nur was geübt wird hat Chance auf Verbesserung. D. h. soll das Gehen verbessert werden, muss der Patient oder die Patientin auch das Gehen üben. Die Anforderungen müssen bei verbesserter Leistungsfähigkeit kontinuierlich gesteigert werden.

Grundlagen der Ergotherapie

Ein früher Therapiebeginn und eine möglichst hohe Trainingsintensität werden in der Literatur empfohlen. Die Patientenorientierung spielt dabei eine wesentliche Rolle. Die Ergotherapie geht davon aus, dass tätig sein ein menschliches Bedürfnis ist und wählt daher für den Patienten oder die Patientin bedeutungsvolle Betätigungen für die Therapie.

Zusammenarbeit

Der enge interprofessionelle Austausch bietet die Voraussetzung, dass wir mit Ihnen die bestmögliche Therapie  festlegen können und die gemeinsam gesetzten Ziele erreicht werden.

Für Patientinnen und Patienten

Die Therapieangebote stehen primär den Patientinnen und Patienten des USZ zur Verfügung. Die Verordnung zur Therapie wird von Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt ist ausgestellt und zugesendet. Sie können sich als Patientin oder Patient nicht direkt zu einer Konsultation/Therapie anmelden.

Für Zuweisende

Weisen Sie Ihre Patientin oder Ihren Patienten einfach online zu.

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