Forschung des Zentrums Alter und Mobilität

Die Verbindung von klinischer Forschung und Praxis ist uns ein grosses Anliegen. Mit unseren Forschungsprojekten greifen wir relevante Fragestellungen aus dem klinischen Alltag auf, um Wissenslücken in der Altersmedizin möglichst schnell zu schliessen und um die Gesundheit älterer Menschen nachhaltig zu verbessern.

Untersuchungsmethoden

Bei jeder Studienvisite durchlaufen die Studienteilnehmer eine umfassende Untersuchung. Nebst einem ausführlichen Arztgespräch, unterstützt durch spezifische Fragebögen, und einer körperlichen Untersuchung, werden eine Blutentnahme, diverse Kraft-, Balance- und Mobilitäts-Test, Knochendichte- und Knochenqualitätsmessungen durchgeführt sowie Muskelmasse und Körperzusammensetzung bestimmt. Nebst bereits validierten Messmethoden werden am Zentrum Alter und Mobilität auch neue altersmedizinische Abklärungsmethoden entwickelt und anschliessend validiert. Im Folgenden werden einige Untersuchungsmethoden, die am ZAM zur Anwendung kommen, kurz vorgestellt.

Prof. Heike A. Bischoff-Ferrari hat in Zusammenarbeit mit Ernährungsexperten an der Harvard School of Public Health einen Ernährungsfragebogen (Food Frequency Questionnaire) speziell für Menschen im Alter 70+ entwickelt. Der Fragebogen ist nach verschiedenen Nahrungsmittelgruppen (z.B. pflanzliche Öle) aufgebaut. Für jedes Nahrungsmittel innerhalb einer Gruppe (z.B. Olivenöl, Rapsöl,…) gibt der Teilnehmer an, wie häufig er dieses Nahrungsmittel konsumiert. Dieser Fragebogen wird aktuell in DO-HEALTH, der grössten Altersstudie Europas eingesetzt und erlaubt erstmals die Ernährung älterer Menschen in den 5 DO-HEALTH Ländern bezüglich Nahrungsmittelwahl sowie Makro- und Mikronährstoffeinnahme zu vergleichen.

Studienteilnehmer arbeitet am Tablet

Studienteilnehmer arbeitet am Tablet

Ausschnitt aus Food Frequency Questionnaire

Ausschnitt aus Food Frequency Questionnaire

Am Zentrum Alter und Mobilität wird die Muskelgesundheit detailliert untersucht und erfasst. Die Muskelfunktion/Qualität wird mit verschiedenen Gleichgewichts, Kraft- und Funktionsübungen für die obere und untere Extremität sowie einer Ganganalyse untersucht. Die Muskelmasse zur Messung der Sarkopenie wird mittels DXA (siehe unten) gemessen. Neu führt das ZAM im Rahmen einer laufenden Studie (HyD-O Studie) auch Muskelbiopsien durch um die Muskelzusammensetzung (Fasertypen und deren Grösse) und Anzahl der Vitamin D Rezeptoren zu erfassen. Mit Hilfe dieser Tests kann eine Aussage über die Muskelgesundheit, Mobilität, das Sarkopenie- und Sturzrisiko gemacht werden.

Handkraftmessung an einem Patienten

Handkraftmessung an einem Patienten

Repeated sit-to-stand Test an einem Patienten

Repeated sit-to-stand Test an einem Patienten

Mit Hilfe des GAITRite® Ganganalyse Systems wird der Gang einer Person Schritt für Schritt analysiert. Der GAITRite® ist ein acht Meter langer Gangteppich, in welchem Drucksensoren eingebaut sind. Schreitet eine Person über den Teppich, zeichnen diese Sensoren jeden Fussabdruck auf. Aus diesen Aufzeichnungen können dann verschiedene Parameter errechnet werden, zum Beispiel die Ganggeschwindigkeit, die Schrittlänge, die Schrittzeit oder die Schrittweite. Zusätzlich kann die Variabilität dieser Parameter von Schritt zu Schritt berechnet werden. Diese Werte liefern wichtige Informationen über das Gangbild und das Sturzrisiko einer Person.​

Testdurchführung

Testdurchführung

Aufzeichnung des Gangbildes

Aufzeichnung des Gangbildes

Am Zentrum Alter und Mobilität messen wir die Knochenqualität mit einem Knochen Mikro-CT (XtremeCT I, Scanco Medical AG, Brüttisellen). Das Gerät erlaubt mit einer minimalen Strahlenbelastung die räumliche Abbildung der Knochenstruktur. Es funktioniert gleich wie ein normales Computertomogramm mit dem Unterschied, dass das Messfeld (die Röhre) deutlich kleiner ist und nur der Unterschenkel (Schienbein) oder der Vorderarm (Speiche) gemessen werden kann. Bei dieser Mikro-CT Messung werden am Hand- und Fussgelenk 110 Schnittbilder erzeugt, welche dann im Computer in ein hochaufgelöstes, dreidimensionales Bild der Speiche und des Schienbeins umgewandelt werden. Dank der hohen Auflösung des Bildes kann die Knochenstruktur genauer analysiert werden: es werden verschiedene Parameter der Knochenrinde und –bälkchen berechnet. Dazu gehören unter anderem die Dichte, Dicke und Porosität der Knochenrinde und der Knochenbälkchen. Zudem berechnet der Computer basierend auf der räumlichen Anordnung der Knochenrinde und –bälkchen die Knochenstärke.

3D Darstellung der Porosiät der Knochenrinde

3D Darstellung der Porosiät der Knochenrinde

Bilder einer CT Messung des Schienbeins

Bilder einer CT Messung des Schienbeins

Das DXA (Dual-Röntgen-Absorptiometrie) ist eine Röntgengerät, mit welchem Knochendichte, Muskelmasse und Körperzusammensetzung gemessen werden können. Die Knochendichtemessung wird standardmässig für die Hüfte und die Lendenwirbelsäule durchgeführt. Ausserdem messen wir mit dem Gerät die Wirbelkörperhöhe mittels vertebraler Morphometrie um mögliche Wirbelkörperbrüche zu erfassen.

Messung der Körperzusammensetzung

Messung der Körperzusammensetzung

Knochendichtemessung der Lendenwirbelsäule

Knochendichtemessung der Lendenwirbelsäule

Wir verfolgen zwei Forschungsschwerpunkte

Unser erster Forschungsschwerpunkt ist die gesunde Lebenserwartung durch “Healthy Aging” zu verlängern und damit die Autonomie und Lebensqualität auch im höheren Alter zu erhalten. Insbesondere die Verbesserung der Muskel- und Knochengesundheit (Sarkopenie, Osteoporose, Arthrose), sowie die Förderung der allgemeinen Gesundheit sind hier wichtige Forschungsinhalte.

Unser zweiter Forschungsschwerpunkt ist die Verbesserung der Funktionalität, Mobilität und Lebensqualität älterer Menschen, deren Autonomie bereits eingeschränkt ist.

Ein älteres Ehepaar spritzt glücklich mit den Füssen Wasser aus einem See

Unsere Forschung erfasst den ganzen Menschen

Da die Funktionalität älterer Menschen immer von mehreren Organsystemen gleichzeitig abhängt, beispielsweise vom Herz-Kreislaufsystem, der Knochen- und Muskelgesundheit, dem Immunsystem, des Hormonhaushaltes und der Gehirnfunktion, steht in unserer Forschung immer der ganze Mensch im Vordergrund und wird umfassend untersucht.

Ein Ehepaar sammelt in einem Apfelbaumfeld Äpfel in einem Korb, den sie zusammen tragen

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