Frauenhand bereitet einen Salat mit Hülsenfrüchte und Gemüse vor

News aus dem Fachbereich

Folsäure-Mangel (Vitamin B9, Folat)

Folsäure gehört zu den wasserlöslichen Vitaminen und ist wichtig für die Zellteilung, die Blutbildung und den DNA-Aufbau.

Viele Frauen kennen es aus der Schwangerschaft, denn in dieser Zeit ist es besonders wichtig, um eine sog. Spina bifida («offener Rücken») beim Ungeborenen zu verhindern. Empfohlen wird eine Einnahme, bevor die Schwangerschaft eintritt, denn das sog. Neuralrohr schliesst sich, bevor die Frau von ihrer Schwangerschaft erfährt.

Folsäure: Empfindlich gegenüber Hitze und Licht

Folsäure kann nicht gespeichert werden. Eine tägliche ausreichende Aufnahme über die Nahrung gelingt in der Regel über grünes Gemüse (v.a. Broccoli, Spinat, Kohl, Fenchel), Hülsenfrüchte, Nüsse, Zirusfrüchte, Vollkornprodukte und Leber. Wichtig zu wissen: Beim Kochen geht mindestens 50% der Folsäure verloren, da Folsäure hitze- und lichtempfindlich ist.

Ein ausreichender Tagesbedarf eines Erwachsenen liegt bei 300 ug, Schwangere benötigen ca. 550 ug und Frauen mit Kinderwunsch sollten 400 ug Folat täglich zuführen.

Wie spürt man einen Foläure-Mangel?

Im Blutbild zeigt sich ein Mangel an Folsäure in Form einer sogenannten Megaloblastären Anämie, also einer verminderten Anzahl roter Blutkörperchen, die darüber hinaus auch noch vergrössert sind. Da die roten Blutkörperchen über das Eisen den Sauerstoff binden, ist das erste Zeichen dieser dadurch ausgelösten Anämie häufig Müdigkeit. Daneben kann zu Entzündungen im Mund kommen (Aphten) und zu Verdauungsproblemen.

Achtung: Da ein Vitamin-B-12-Mangel die gleiche Art von Anämie mit Vergrösserung der einzelnen roten Blutzellen auslöst, sollte vor Ergänzung von Folat auch der Vitamin B12 Spiegel bzw. die aktive Form Holotranscobalamin bestimmt werden.

Wodurch entsteht ein Mangel an Folsäure?

Eine häufige Ursache ist ganz einfach zu wenig Gemüse und Salat im Speiseplan. Das passiert z.B., wenn überwiegend industriell stark verarbeitete Speisen gegessen werden, also Fast Food und Fertiggerichte. Auch ein hoher und regelmässiger Alkoholkonsum kann einen Folsäuremangel verursachen. Daneben sind Menschen, die Verdauungsprobleme haben, wie z.B. eine Zöliakie, häufig von Folsäuremangel betroffen.

Diverse Medikamente stören die Verstoffwechselung von Folsäure bzw. die Aufnahme über den Darm. So z.B. Methotrexat (Rheuma- und Krebsmedikament), Metformin als eines der meistangewendeten Diabetesmedikamente und auch einzelne Antibiotika.

Genetische Ursache für Folsäuremangel trotz ausreichender Zufuhr

Es gibt aber auch eine genetische Ursache, die gar nicht so selten ist: Bei einer MTHFR-Mutation kann es zu einem Folsäuremangel in der Zelle kommen, obwohl ausreichend Folsäure vorliegt. Aufgrund eines Enzymfehlers kann in diesen Fällen die Folsäure nicht in die aktive Form Methylfolat umgewandelt werden. Ein Hinweis darauf ist ein Folsäuremangel in den roten Blutzellen (kann separat bestimmt werden), der sich nicht mit einer Einnahme von Folat beheben lässt oder ein erhöhter Homozysteinwert, der sich nicht senken lässt auf die Einnahme von Folat und Vitamin B12.

Einfache Lösung in diesen Fällen

Gleich die bioaktive Form Methyl-Folat einzunehmen und zwar lebenslang. Menschen, die diese Genmutation aufweisen haben häufig nicht nur häufig wiederkehrende entzündliche Aphten im Mund und eine Anämie, sondern auch Angsterkrankungen, Depressionen und über eine Erhöhung des Homozysteins frühe Gefässauffälligkeiten. Eine Kombination dieser Symptome sollten in jedem Fall an eine MTHFR-Mutation denken lassen.

Verantwortlicher Fachbereich