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Medical und Social Freezing

Zuletzt aktualisiert am 16. Januar 2024 Erstmals publiziert am 24. Januar 2024

Eine Frau kann ihre Eizellen einfrieren lassen, um zu einem späteren Zeitpunkt schwanger werden zu können. Die Beweggründe dafür sind so unterschiedlich wie die Patientinnen selbst.

Derzeit gibt es keine Möglichkeit, die fruchtbare Phase der Frau zu verlängern. Aber wir können reife Eizellen für später einfrieren», erklärt Lena Grubhofer, Oberärztin an der Klinik für Reproduktions-Endokrinologie. Die Gründe, weshalb sich Frauen für Social Freezing entscheiden, sind sehr unterschiedlich. Grösstenteils kommen Frauen ab Anfang 30, die den richtigen Partner noch nicht gefunden haben, zu Lena Grubhofer. Aber zum Beispiel auch Frauen mit einer Endometriose-Diagnose lassen ihre Fruchtbarkeit untersuchen und entscheiden sich dann für oder gegen eine Eizellentnahme. Ist der Beweggrund für das Einfrieren von Eizellen hingegen eine bevorstehende Krebsbehandlung, die die Fruchtbarkeit der Frau reduzieren oder ihre fruchtbare Phase abrupt beenden kann, spricht man von Medical  Freezing, wie Ruth Stiller, Oberärztin meV an der Klinik für Reproduktions-Endokrinologie, erklärt.

Was beim Social Freezing passiert

Entscheidet sich eine Frau für eine Eizellentnahme, erhält sie ab dem Einsetzen der Periode während ungefähr 10 bis 14 Tagen stimulierende Medikamente, um mehrere Eizellen in ihrem Körper heranreifen zu lassen. In einem etwa 20-minütigen Eingriff wird mit einer feinen Nadel die Flüssigkeit in den Eibläschen abgesaugt. Die darin enthaltenen reifen Eizellen werden eingefroren und während maximal zehn Jahren sicher aufbewahrt. Besteht bei der Frau später ein Kinderwunsch und sie wird nicht auf natürliche Weise schwanger, werden die Eizellen aufgetaut und das Sperma des Partners in die Eizellen injiziert. Nach erfolgreicher Befruchtung der Eizelle kann der Frau ein Embryo in die Gebärmutter eingesetzt werden.

Medical Freezing – wenn alles schneller gehen muss

«Vor Beginn der Krebstherapie bespreche ich mit den Patientinnen Optionen, um die Chance auf ein leibliches Kind zu erhalten», so Ruth Stiller. «In diesen Fällen können wir auch nicht mehr auf das Einsetzen der Periode warten.» Muss die Krebstherapie innert weniger Tage beginnen, fehlt die Zeit für eine Stimulation der Eizellen. «Dann besteht die Möglichkeit, Eierstockgewebe operativ zu entnehmen und einzufrieren. Schädigt die Krebstherapie die Eizellreserven, kann später das Eierstockgewebe aufgetaut und der Frau reimplantiert werden.»

Lena Grubhofer, Dr. med. univ.

Oberärztin, Klinik für Reproduktions-Endokrinologie

Tel. +41 44 255 50 07
Spezialgebiete: Kinderwunsch, Gynäkologische Endokrinologie

Ruth Stiller, PD Dr. med.

Oberärztin meV, Klinik für Reproduktions-Endokrinologie

Tel. +41 44 255 50 07
Spezialgebiete: Kinderwunsch, Fertilitätserhalt