Welche Vorsorgeuntersuchungen sind besonders wichtig?
Welche Vorsorgeuntersuchungen empfohlen werden, richtet sich nach Alter, Geschlecht, persönlichen Risikofaktoren und familiärer Vorbelastung. Einige Screenings gelten als besonders wirksam, da sie Krankheiten oder deren Vorstufen früh erkennen und dadurch die Behandlungschancen verbessern können.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Regelmässige Kontrollen des Herz-Kreislauf-Systems gehören zu den wichtigsten Vorsorgeuntersuchungen, da die meisten Erkrankungen wie Herzinfarkte und Schlaganfälle verhindert werden könnten über rechtzeitige Änderungen in den Bereichen Lebensstil und Ernährung. Übergewicht löst z.B. in sehr vielen Fällen Bluthochdruck aus und dieser kann die Blutgefässe schädigen und das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall oder ein Aortenaneurysma erhöhen.
Diabetes und Stoffwechsel
Störungen des Zuckerstoffwechsels sollten möglichst früh erkannt werden. Deshalb gehört die Bestimmung des Nüchternblutzuckers und des HbA1c zu den wichtigsten Vorsorgeuntersuchungen.
Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte können Blutgefässe schädigen und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Werden Frühstadien eines Diabetes rechtzeitig erkannt, lassen sich diese häufig durch eine konsequente Änderung von Ernährung und Lebensstil heilen oder zumindest positiv beeinflussen.
Darmkrebsvorsorge
Die Darmspiegelung (Koloskopie) gilt als eine der wirksamsten Vorsorgeuntersuchungen zur Früherkennung von Darmkrebs. Sie wird in der Regel ab dem 50. Lebensjahr empfohlen, bei familiärer Vorbelastung unter Umständen bereits früher.
Werden Polypen als Vorstufen von Darmkrebs entdeckt, können diese meist direkt während der Untersuchung entfernt werden. Dadurch lässt sich die Entstehung von Darmkrebs häufig verhindern. Wird Darmkrebs früh erkannt, sind die Heilungschancen in der Regel sehr gut.
Brustkrebsvorsorge
Frauen wird ab dem 50. Lebensjahr eine regelmässige Mammographie zur Früherkennung von Brustkrebs empfohlen. Bei erhöhtem Risiko oder familiärer Vorbelastung kann eine Vorsorge bereits früher sinnvoll sein.
Je nach individueller Situation kann die Mammographie durch eine Ultraschalluntersuchung ergänzt werden. Zusätzlich bleiben das regelmässige Beobachten und Abtasten der Brust ein wichtiger Bestandteil der Früherkennung.
Hautkrebsvorsorge
Die Hautkrebsvorsorge dient dazu, Hautkrebs und dessen Vorstufen möglichst früh zu erkennen. Besonders Personen mit vielen Pigmentmalen, heller Haut, starker UV-Belastung oder einer familiären Vorbelastung können von einer regelmässigen Kontrolle profitieren.
Bei der Untersuchung beurteilt eine Dermatologin oder ein Dermatologe die Haut und auffällige Hautveränderungen. Werden verdächtige Befunde festgestellt, können weitere Abklärungen oder eine Behandlung frühzeitig eingeleitet werden.
Prostatakrebsvorsorge
Für Männer wird ab dem 50. Lebensjahr eine regelmässige Prostatakrebsvorsorge empfohlen. Besteht eine familiäre Vorbelastung, kann eine erste Untersuchung bereits ab dem 45. Lebensjahr sinnvoll sein. Zur Vorsorge gehören die Bestimmung des PSA-Werts sowie eine urologische Untersuchung. Am USZ steht zudem mit Stockholm3 ein innovativer Bluttest zur Verfügung, der verschiedene Biomarker kombiniert und die Früherkennung von Prostatakrebs weiter verbessern kann.