Klinik für Gynäkologie
Die Gebärmutter ist ein sensibles und zugleich robustes Organ. Der etwa faustgrosse Hohlmuskel im Unterleib ist ständig in Bewegung und seine Funktion geht weit über eine mögliche Schwangerschaft hinaus. Historisch wurde der Gebärmutter viel zugeschrieben: So hielt Hippokrates sie für den Sitz der Seele und noch vor gut hundert Jahren galt ihre operative Entfernung als wirksame Behandlung bei weiblicher „Hysterie“.
Heute wissen wir, dass die Gebärmutter ein komplexes Organ mit vielfältigen Aufgaben ist. Und genau diese Komplexität kann das Auftreten verschiedener Beschwerden und Erkrankungen wie zum Beispiel Schmerzen, Schwierigkeiten, schwanger zu werden, oder Blutungsstörungen begünstigen. Wenn Sie über einen längeren Zeitraum gesundheitliche Probleme rund um die Gebärmutter bemerken, sollten Sie nicht zögern, ärztlichen Rat einzuholen. In der Regel lassen sich die Beschwerden gut behandeln.

Die Gebärmutter (medizinisch Uterus) ist ein Teil der weiblichen Geschlechtsorgane. Das etwa faustgrosse, muskulöse Hohlorgan spielt eine zentrale Rolle im Fortpflanzungssystem, denn in ihr wächst nach einer Befruchtung ein Kind heran.
Auch ausserhalb einer Schwangerschaft übernimmt die Gebärmutter wichtige Funktionen. Während des Menstruationszyklus baut sie regelmässig ihre Schleimhaut auf, um eine potenzielle Einnistung eines Embryos zu ermöglichen. Sie stösst diese Schleimhaut wieder ab, wenn keine Schwangerschaft eintritt. Diese Abläufe unterliegen einer komplexen hormonellen Steuerung und sind ein zentraler Bestandteil eines gesunden weiblichen Zyklus.
Darüber hinaus produziert die Gebärmutter bestimmte Botenstoffe (wie etwa Prostaglandine), die ihre Kontraktionsfähigkeit unterstützen und bei Menstruation und Geburt eine Rolle spielen. Über ihre Haltebänder trägt sie zudem zur Stabilität der Beckenorgane bei.
Die Gebärmutter liegt im kleinen Becken, also im unteren Teil des Bauches. Sie befindet sich hinter der Harnblase und vor dem Enddarm und ist mithilfe von Bändern elastisch aufgehängt. Dadurch kann sich ihre Position je nach Füllung der umliegenden Organe oder im Verlauf des Zyklus leicht verändern.
Die Gebärmutter (Uterus) ist ein birnenförmiges, muskulöses Hohlorgan, das im nicht schwangeren Zustand rund sieben bis neun Zentimeter misst. Die Gebärmutter wiegt etwa 50 bis 80 Gramm. Ihre Grösse und Form können sich im Laufe des Lebens verändern – zum Beispiel nach Geburten, während der Wechseljahre oder aufgrund hormoneller Einflüsse.
Der Uterus gliedert sich anatomisch in drei zentrale Bereiche:

Die Gebärmutterwand ist der „Mantel“ des Uterus. Sie umschliesst den Hohlraum des Uterus und ermöglicht sowohl die Abläufe des Menstruationszyklus als auch die starken Dehnungen und Kontraktionen während einer Schwangerschaft und Geburt.
Die Gebärmutterwand besteht aus drei Schichten, die jeweils unterschiedliche Aufgaben haben:
Die Gebärmutter wird über verschiedene Bänder elastisch im kleinen Becken gehalten. So bleibt sie stabil und kann sich gleichzeitig an Veränderungen im Bauchraum anpassen.
Ein dichtes Netz aus Blutgefässen und Nerven versorgt sie kontinuierlich mit Sauerstoff und Nährstoffen sowie den Signalen, die ihre Kontraktionen steuern. Zu den wichtigsten Gefässen der Gebärmutter gehören die Arteria uterina und die Arteria ovarica.
Die Gebärmutter bildet das Zentrum des weiblichen Fortpflanzungssystems. Sie spielt eine Schlüsselrolle im Menstruationszyklus, in der Schwangerschaft und bei einer Geburt.
Jeden Monat bereitet sich die Gebärmutter bei Frauen im gebärfähigen Alter auf eine mögliche Schwangerschaft vor. Unter dem Einfluss der Hormone Östrogen und Progesteron baut sich die Schleimhaut auf. Wird keine befruchtete Eizelle eingenistet, wird diese Schicht wieder abgestossen – die Menstruation beginnt. Kommt es hingegen zu einer Befruchtung, nistet sich die Eizelle in die aufgebaute Gebärmutterschleimhaut ein.
Die Gebärmutter bietet dem heranwachsenden Embryo Schutz, Halt und eine geeignete Versorgung. Während der Schwangerschaft vergrössert sie sich um ein Vielfaches und passt sich dem Wachstum des Kindes an. Das Myometrium dehnt sich zunehmend und bereitet sich auf die Geburt vor. Während der Geburt zieht sich die Muskulatur der Gebärmutter rhythmisch zusammen. Diese Kontraktionen – die sogenannten Wehen – ermöglichen es dem Kind, durch den Geburtskanal auf die Welt zu kommen.
Die Gebärmutter bildet eine wichtige Barriere gegen Infektionen: Der Gebärmutterhals erschwert mit seinem Schleim und seinem engen Kanal das Eindringen von Keimen. Gleichzeitig stützt der Uterus die umliegenden Organe wie Blase und Darm und trägt massgeblich zur Stabilität und zum Gleichgewicht des gesamten Beckenbodens bei. Über seine Aufhängungsbänder hilft er ausserdem, die anatomische Ordnung im kleinen Becken zu erhalten und dessen Funktion zu unterstützen.
Wie jedes Organ kann auch die Gebärmutter erkranken. Viele Erkrankungen sind gutartig und gut behandelbar, andere können jedoch ernsthafte Folgen haben oder die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen. Zu den häufigsten Erkrankungen gehören Myome, Endometriose, Polypen, Adenomyose, entzündliche Veränderungen sowie Zyklusstörungen. Hier finden Sie eine Übersicht über die wichtigsten Erkrankungen der Gebärmutter:
Von einer abnormalen uterinen Blutung (AUB) spricht man, wenn die Menstruationsblutungen stärker, länger oder unregelmässiger als gewöhnlich auftreten. Auch Blutungen zwischen den Perioden oder nach dem Geschlechtsverkehr können dazugehören. Mögliche Ursachen sind hormonelle Veränderungen, Polypen, Myome, Adenomyose, Endometriose oder Störungen der Blutgerinnung. In einigen Fällen lässt sich keine eindeutige Ursache finden. Die Veränderungen können den Alltag stark beeinträchtigen, sind aber meist gut behandelbar. Je nach Auslöser kommen medikamentöse Therapien, hormonelle Methoden oder operative Verfahren in Frage.
Myome sind gutartige Wucherungen der Gebärmuttermuskulatur. Dabei wachsen einzelne Muskelfasern, die normalerweise regelmässig angeordnet sind, zu einem oder mehreren Knoten zusammen. Myome treten häufig bei Frauen zwischen 30 und 50 Jahren auf, also in einer Zeit, in der der Hormonhaushalt besonders aktiv ist. In den Wechseljahren verändern sich Myome häufig positiv. Sie werden kleiner und verursachen kaum noch Symptome.
Obwohl Myome nicht bösartig sind, können sie bei etwa der Hälfte der betroffenen Frauen deutliche Beschwerden verursachen, zum Beispiel starke oder verlängerte monatliche Blutungen, Unterbauchschmerzen oder ein Druckgefühl im Becken.
Die Behandlung richtet sich nach Grösse, Lage, Beschwerden und Kinderwunsch. Je nach Situation kommen medikamentöse Therapien, minimalinvasive Verfahren wie die Myomembolisation oder operative Eingriffe infrage, bei denen einzelne Myome oder in bestimmten Fällen die gesamte Gebärmutter entfernt werden. Wenn keine oder nur leichte Beschwerden bestehen, genügt oft eine regelmässige ärztliche Kontrolle.
Bei Endometriose wachsen Zellen der Gebärmutterschleimhaut ausserhalb der Gebärmutterhöhle. Diese sogenannten Endometrioseherde sind in der Regel gutartig. Während manche Frauen sie kaum bemerken, führen sie bei anderen zu starken Schmerzen oder Blutungen – insbesondere während der Menstruation, teilweise aber auch unabhängig vom Zyklus. Endometriose kann zudem die Fruchtbarkeit beeinträchtigen und eine Ursache für einen unerfüllten Kinderwunsch sein. Eine Heilung ist derzeit nicht möglich, doch es stehen verschiedene Behandlungsoptionen zur Verfügung, um die Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.
Eine Gebärmutterentzündung ist eine Entzündung der Gebärmutterschleimhaut. Sie entsteht meist durch aufsteigende Bakterien, zum Beispiel nach einer Geburt, einer Fehlgeburt, einer Operation, beim Einsetzen einer Spirale oder durch Infektionen. Typische Symptome sind Unterbauchschmerzen, Fieber, ungewöhnlicher oder übelriechender Ausfluss und ein allgemeines Krankheitsgefühl. Die Behandlung einer Gebärmutterentzündung erfolgt in der Regel mit Antibiotika und verläuft bei rechtzeitiger Therapie meist unkompliziert.
Bei einer Adenomyose wächst Gewebe der Gebärmutterschleimhaut in die Muskelschicht der Gebärmutter ein. Dadurch kann sich die Gebärmutter vergrössern und es können starke Menstruationsschmerzen oder Blutungen auftreten. Während manche Frauen kaum etwas spüren, leiden andere unter chronischen Schmerzen oder haben Schwierigkeiten, schwanger zu werden. Die Adenomyose ist zwar gutartig, kann aber die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen. Verschiedene Behandlungsformen – medikamentös oder operativ – können die Beschwerden lindern. Welche Therapie infrage kommt, hängt von der Stärke der Symptome, dem Alter und dem Kinderwunsch ab.
Gebärmutter-Polypen sind gutartige Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut. Sie entstehen, wenn sich einzelne Bereiche der Schleimhaut übermässig vermehren und kleine Ausstülpungen in die Gebärmutterhöhle hineinbilden. Häufig verursachen sie keine Beschwerden. Einige Frauen bemerken jedoch unregelmässige oder stärkere Blutungen, Zwischen- oder Schmierblutungen. Polypen können die Fruchtbarkeit beeinträchtigen, wenn sie die Einnistung einer befruchteten Eizelle stören.
Entfernung von Polypen in der Gebärmutter: Die Entfernung der Gebärmutterpolypen erfolgt in der Regel durch einen kleinen operativen Eingriff (Polypektomie), der die Symptome rasch lindert.
Das polyzystische Ovarialsyndrom ist eine Erkrankung mit sehr unterschiedlichem Erscheinungsbild und stellt die häufigste hormonelle Störung bei jungen Frauen dar. Bei einigen Betroffenen stehen unregelmässige (Oligomenorrhoe) oder ausbleibende Monatsblutungen (Amenorrhoe) im Vordergrund, seltener treten verkürzte Zyklen auf. Andere leiden vor allem unter Hautproblemen oder verstärkter Körperbehaarung, häufig bedingt durch erhöhte männliche Hormone im Blut (Hyperandrogenämie). Oft, jedoch nicht in allen Fällen, zeigen die Eierstöcke eine erhöhte Anzahl kleiner Eibläschen.
Bei einer Kürettage, einem kurzen und in der Regel ambulanten Eingriff, wird die Gebärmutterschleimhaut über den Muttermund vorsichtig abgetragen. Er dient dazu, ungewöhnliche Blutungen abzuklären, Polypen oder Schleimhautreste zu entfernen oder Gewebeproben zu gewinnen. Die Behandlung dauert nur wenige Minuten, erfolgt meist in leichter Narkose und führt in der Regel zu einer schnellen Erholung mit nur leichten, vorübergehenden Beschwerden.
Bei einer Gebärmuttersenkung (Uterusprolaps) sinkt die Gebärmutter nach unten in Richtung Scheide ab. Ursache ist meist eine Schwächung der Beckenbodenmuskulatur und der Haltebänder, die häufig nach einer Schwangerschaft und Geburt, in den Wechseljahren oder bei Bindegewebsschwäche auftritt. Leichtere Formen verursachen oft keine Beschwerden. Bei stärkerer Senkung können ein Druck- oder Fremdkörpergefühl im Unterleib, Rückenschmerzen oder Probleme beim Wasserlassen auftreten. Auch Störungen bei der Blasen- oder Darmentleerung sind möglich. Die Behandlung richtet sich nach dem Ausmass der Senkung und den Beschwerden. Sie reicht von Beckenbodentraining über das Einsetzen eines Pessars bis zu operativen Verfahren.
Bei einer Gebärmutterhalsentzündung (Zervizitis) ist die Schleimhaut des Gebärmutterhalses entzündet. Ursache können Bakterien oder Viren, wie beispielsweise Chlamydien, Gonokokken oder HPV, sein. Manche Frauen haben keine Beschwerden. Andere bemerken vermehrten oder ungewöhnlichen Ausfluss, Zwischenblutungen oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Eine unbehandelte Zervizitis kann aufsteigende Infektionen begünstigen. Die Behandlung richtet sich nach dem Erreger und umfasst je nach Ursache Antibiotika, antivirale Therapien oder lokale Massnahmen. Eine frühzeitige Diagnose hilft, Beschwerden rasch zu lindern und Komplikationen zu vermeiden.
Ein verkürzter Gebärmutterhals bedeutet, dass dieser kürzer ist als üblich. Das kann vor allem in der Schwangerschaft wichtig sein, da ein zu kurzer Gebärmutterhals das Risiko für eine Frühgeburt erhöhen kann.
Zur Klinik für GeburtshilfeDas Endometriumkarzinom ist ein bösartiger Tumor der Gebärmutterschleimhaut. Er tritt meist nach den Wechseljahren auf und zeigt sich häufig durch ungewöhnliche oder erneute Blutungen, insbesondere nach einer bereits ausgebliebenen Menstruation. Früh erkannt, ist die Erkrankung in vielen Fällen gut behandelbar. Die wichtigste Therapie besteht in der Regel in einer operativen Entfernung der Gebärmutter und der Eierstöcke. Je nach Stadium wird diese Operation durch weitere Behandlungen wie Bestrahlung oder Hormontherapie ergänzt. Risikofaktoren sind unter anderem Übergewicht, langjährige Östrogenwirkung und bestimmte Vorerkrankungen.
Zum Gynäkologisches TumorzentrumGebärmutterhalskrebs entsteht aus Zellen des Gebärmutterhalses und entwickelt sich meist über viele Jahre. Die häufigste Ursache ist eine anhaltende Infektion mit bestimmten Typen des humanen Papillomvirus (HPV). Frühstadien verursachen oft keine Beschwerden. Später können Zwischenblutungen, Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr oder ungewöhnlicher Ausfluss auftreten. Durch regelmässige Vorsorgeuntersuchungen und den HPV-Test lassen sich Vorstufen früh erkennen und behandeln. Die Therapie hängt vom Stadium ab und reicht von operativen Verfahren bis zu Strahlen- oder Chemotherapie. Eine HPV-Impfung bietet einen wirksamen Schutz vor den häufigsten krebsverursachenden Virustypen.
Welche Warnzeichen Sie ernst nehmen sollten, wie Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert wird und welche Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten bei einem Gebärmutterhalskarzinom heute zur Verfügung stehen, erfahren Sie in unserem ausführlichen Beitrag Gebärmutterhalskrebs.
Nicht jede Blutung oder jedes Ziehen im Unterleib ist besorgniserregend – aber gewisse Symptome sollten Sie immer ärztlich abklären lassen. Dazu gehören ungewöhnliche oder sehr starke Blutungen, Blutungen nach den Wechseljahren, anhaltende Unterbauchschmerzen, ein Druck- oder Fremdkörpergefühl in der Scheide, unerfüllter Kinderwunsch sowie Fieber oder veränderter Ausfluss. Eine frühzeitige Untersuchung ist wichtig, da viele Erkrankungen – insbesondere Tumorerkrankungen – besser behandelbar sind, wenn sie früh erkannt werden.
Bei auffälligen Symptomen oder unklaren Befunden können wir am USZ mithilfe verschiedener diagnostischer Verfahren die Ursache zuverlässig abklären.
Viele Erkrankungen der Gebärmutter lassen sich durch regelmässige Vorsorge und einen gesundheitsbewussten Lebensstil positiv beeinflussen. Dazu zählen gynäkologische Kontrolluntersuchungen wie Abstrich und Ultraschall, die HPV-Impfung zum Schutz vor Gebärmutterhalskrebs sowie ein Lebensstil, der Ernährung, Bewegung und Stressmanagement einschliesst. Auch hormonelle Veränderungen – beispielsweise in den Wechseljahren – sollten Sie im Blick behalten. Diese Massnahmen helfen dabei, die Gebärmutter langfristig gesund zu erhalten und Veränderungen frühzeitig zu erkennen:
Eine Erkrankung der Gebärmutter oder die Aussicht auf eine Entfernung kann emotional sehr belastend sein. Für viele Frauen hat die Gebärmutter eine besondere Bedeutung, beispielsweise im Zusammenhang mit Weiblichkeit, Fruchtbarkeit und dem eigenen Körpergefühl. Solche Gedanken und Gefühle sind völlig verständlich.
Patientinnen sollten ihren Mut nicht verlieren. Auch nach einer Gebärmutterentfernung in den Wechseljahren bleibt die hormonelle Balance weitgehend erhalten, solange die Eierstöcke bestehen bleiben. Das gilt ebenso für das Entfernen der Gebärmutter vor den Wechseljahren. Ihr Wohlbefinden, Ihre Sexualität und Ihr Selbstwertgefühl sind nicht an ein einzelnes Organ gebunden. In unserer Klinik für Reproduktions-Endokrinologie begleiten wir Sie ganzheitlich auf Ihrem Weg. Neben einer kompetenten medizinischen Behandlung bieten wir Ihnen auch psychologische Unterstützung und physiotherapeutische Angebote, damit Ihr Körper und Ihre Seele in dieser Zeit die bestmögliche Betreuung erhalten.