Bypass-Operation am Herz

Herz-Kreislauf-Erkrankungen stellen nach wie vor die häufigste Todesursache in der Schweiz dar. Eine wichtige Rolle spielt dabei die koronare Herzkrankheit, bei der Herzkranzgefässe durch Ablagerungen verengt oder verschlossen werden. Wenn die Durchblutung des Herzmuskels dadurch eingeschränkt ist, kann eine Bypass-Operation helfen, die Blutversorgung des Herzens wieder zu verbessern.

Was ist eine Bypass-Operation?

Eine Bypass-Operation bezeichnet grundsätzlich das chirurgische Überbrücken eines verengten oder verschlossenen Blutgefässes. Bypass-Verfahren kommen in verschiedenen medizinischen Bereichen zum Einsatz, beispielsweise bei Durchblutungsstörungen der Beine oder bei Erkrankungen der Herzkranzgefässe. Auf dieser Seite geht es um die aortokoronare Bypass-Operation am Herzen zur Behandlung erkrankter Herzkranzgefässe.

Das Anlegen von Bypässen an den Herzkranzarterien dient dazu, die eingeschränkte Durchblutung des Herzmuskels durch verkalkte, eingeengte oder sogar verschlossene Herzkranzarterien mit anderen Blutgefässen zu verbessern. Die für die Überbrückung der erkrankten Herzkranzgefässe verwendeten Blutgefässe werden vom Patienten oder von der Patientin entnommen. Es werden überwiegend Arterien aus der Brustwand und/oder aus dem Vorderarm, oder auch Venen aus dem Bein verwendet. Mit Hilfe dieser neuen Gefässverbindungen wird der Herzmuskel wieder mit ausreichend sauerstoffreichem Blut versorgt.

Wann wird eine Bypass-Operation durchgeführt?

Eine Bypass-Operation kommt insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit einer koronaren Herzkrankheit infrage, wenn Herzkranzgefässe durch Ablagerungen verengt oder verschlossen sind und die Durchblutung des Herzmuskels beeinträchtigt wird. Häufige Beschwerden sind Brustschmerzen oder ein Engegefühl in der Brust (Angina pectoris), Atemnot sowie eine eingeschränkte körperliche Belastbarkeit. Auch nach einem Herzinfarkt oder bei ausgeprägten Verengungen mehrerer Herzkranzgefässe kann eine Bypass-Operation empfohlen werden.

Die Ziele der Behandlung sind das Beheben oder Lindern der Symptome Brustschmerz und Engegefühl, das Wiedererlangen eines normalen Lebensstils und einer altersentsprechenden Leistungsfähigkeit sowie das Vorbeugen von Herzinfarkt oder anderen Herzproblemen, wie zum Beispiel Herzrhythmusstörungen.

Moderne Bypass-Chirurgie am USZ

Vor einer Bypass-Operation werden die Herzkranzgefässe und die Herzfunktion sorgfältig untersucht, um das optimale Behandlungsverfahren festzulegen. Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose und wird von einem spezialisierten Team aus Herzchirurgie, Anästhesie und Intensivmedizin begleitet.

Bei entsprechender Indikation wird der Eingriff über einen minimal-invasiven Zugang (MIDCAB) durchgeführt. In ausgewählten Fällen kann die Behandlung auch als Hybridverfahren erfolgen, bei dem eine Bypass-Operation mit einer Katheter-Intervention (Einsetzen von Stents) kombiniert wird.

Die Anwendung von hochmodernen Herz-Lungen-Maschinen erlaubt es, die Benutzung von Fremdblut zu verringern und die Erholung nach dem Eingriff zu beschleunigen. Die Dauer der Operation hängt von der Anzahl der betroffenen Herzkranzgefässe und der Komplexität des Eingriffs ab.

Wir führen Bypass-Operationen, wenn notwendig, auch in Kombination mit anderen Herzeingriffen durch. Die Wahl des geeigneten Verfahrens erfolgt individuell und interdisziplinär nach einer Besprechung durch Spezialistinnen und Spezialisten der Herzchirurgie und Kardiologie im Heart-Team.

Bypass oder Stent: Welche Behandlung kommt infrage?

Sowohl die Bypass-Operation als auch die Behandlung mit einem Stent dienen dazu, verengte oder verschlossene Herzkranzgefässe zu behandeln und die Durchblutung des Herzmuskels zu verbessern. Welche Methode infrage kommt, hängt unter anderem von der Anzahl, Lage und Ausprägung der Gefässverengungen sowie vom allgemeinen Gesundheitszustand und der Nebenerkrankungen der Patientin oder des Patienten ab.

Ein Stent wird im Rahmen eines Katheter Eingriffes eingesetzt und eignet sich häufig für einzelne oder weniger komplexe Gefässverengungen. Die Bypass-Operation kommt insbesondere bei ausgeprägten oder mehrfachen Verengungen der Herzkranzgefässe infrage und kann eine langfristige Verbesserung der Durchblutung ermöglichen. Auch bei Patienten mit einer bekannten Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) oder einer Herzschwäche kommt es eher zu einer Bypassoperation als zu einer Stent Einlage.

Die Entscheidung für die geeignete Behandlung wird am USZ interdisziplinär von Spezialistinnen und Spezialisten der Kardiologie und Herzchirurgie getroffen. Dabei werden die individuellen Voraussetzungen und die langfristigen Behandlungsaussichten berücksichtigt.

Welche Verfahren bieten wir an?

Am USZ bieten wir das gesamte Spektrum der modernen Bypass-Chirurgie an, darunter:

  • Aortokoronare Bypasschirurgie (ACBP): Standardverfahren zur Überbrückung verengter oder verschlossener Herzkranzgefässe, um die Durchblutung des Herzmuskels wiederherzustellen.
  • Rein-arterielle Revaskularisation der Herzkranzgefässe: Bypass-Operation unter Verwendung ausschliesslich arterieller Gefässe mit dem Ziel einer langfristigen Offenheit der Bypässe.
  • Ausweitungen der linken Herzkammer nach Infarkt (Herz-Aneurysma): Chirurgische Behandlung von Aussackungen der linken Herzkammer, die nach einem Herzinfarkt entstehen können.
  • Behandlung traumatischer Läsionen des Herzens: Operative Versorgung von Verletzungen des Herzens und der herznahen Gefässe.
  • Korrektur angeborener Fehlbildungen der Herzkranzgefässe im Erwachsenenalter: Behandlung seltener angeborener Veränderungen der Herzkranzgefässe, die Beschwerden verursachen oder das Risiko für Komplikationen erhöhen können.

Erholung und Rehabilitation nach einer Bypass-Operation

Nach einer Bypass-Operation werden die Patientinnen und Patienten zunächst auf der Intensivstation und anschliessend auf einer spezialisierten Bettenstation betreut. Bereits kurz nach dem Eingriff beginnt die schrittweise Mobilisation unter medizinischer Anleitung.

Wir empfehlen grundsätzlich eine stationäre kardiale Rehabilitation. Je nach individuellem Verlauf kann auch eine ambulante Rehabilitation empfohlen werden. Die Rehabilitation im Allgemeinen unterstützt dabei, die körperliche Leistungsfähigkeit wieder aufzubauen und die Rückkehr in den Alltag vorzubereiten. Auch Fragen zur Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit oder zu sportlichen Aktivitäten werden im Rahmen der Nachsorge individuell besprochen.

Während der Erholungsphase begleiten die behandelnden Spezialistinnen und Spezialisten die Patientinnen und Patienten engmaschig und unterstützen sie bei den nächsten Schritten auf dem Weg zurück in den Alltag.

Langfristige Prognose und Lebensqualität

Eine Bypass-Operation kann die Durchblutung des Herzmuskels nachhaltig verbessern und Beschwerden wie Brustschmerzen oder Einschränkungen der körperlichen Belastbarkeit verringern. Viele Patientinnen und Patienten profitieren langfristig von einer verbesserten Lebensqualität und einer höheren Belastbarkeit.

Die individuelle Prognose hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter dem Ausmass der Herzerkrankung, der Herzfunktion sowie möglichen Begleiterkrankungen. Regelmässige Nachkontrollen und die konsequente Behandlung von Risikofaktoren tragen dazu bei, den langfristigen Behandlungserfolg zu unterstützen.

Häufige Fragen zum Thema Bypass-Operation

Die Dauer einer Bypass-Operation hängt von der Anzahl der betroffenen Gefässe und der Komplexität des Eingriffs ab. In vielen Fällen dauert die Operation mehrere Stunden.

Bei der klassischen Bypass-Operation wird der Brustkorb über das Brustbein geöffnet, um Zugang zum Herzen zu erhalten. In ausgewählten Fällen können auch minimal-invasive Verfahren infrage kommen.

Die Bypass-Operation zählt zu den grösseren herzchirurgischen Eingriffen und erfordert eine sorgfältige Planung und Nachsorge. Dank moderner Operationsverfahren und spezialisierter Behandlungsteams wird sie heute routinemässig durchgeführt. Zudem handelt es sich um die häufigste Operation am Herzen.

Ein Stent wird im Rahmen einer Katheter Behandlung eingesetzt, um ein verengtes Gefäss von innen offenzuhalten. Bei einer Bypass-Operation wird die Engstelle durch ein körpereigenes Blutgefäss überbrückt. Welche Behandlung geeignet ist, hängt von der individuellen Situation ab.

Wie jeder operative Eingriff ist auch eine Bypass-Operation mit Risiken verbunden. Dazu gehören unter anderem Blutungen, Infektionen, Herzrhythmusstörungen oder in seltenen Fällen schwerwiegendere Komplikationen. Das Behandlungsteam klärt vor dem Eingriff ausführlich über mögliche Risiken auf.

Die Aufenthaltsdauer hängt vom individuellen Gesundheitszustand und vom Heilungsverlauf ab. Nach der Überwachung auf der Intensivstation erfolgt die weitere Betreuung auf einer spezialisierten Bettenstation. Durchschnittlich rechnen wir mit einer Woche Spitalaufenthalt.

Die Erholung verläuft individuell und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Viele Patientinnen und Patienten nehmen nach der Operation an einer kardiologischen Rehabilitation teil, um ihre körperliche Leistungsfähigkeit schrittweise wieder aufzubauen.

Wann das Autofahren wieder möglich ist, hängt vom Heilungsverlauf und den individuellen Umständen ab. Die behandelnden Ärztinnen und Ärzte informieren über den geeigneten Zeitpunkt und mögliche Einschränkungen. Zusätzlich empfiehlt es sich, vor der Wiederaufnahme des Autofahrens die eigene Versicherung zu kontaktieren. Der Zeitpunkt, ab dem das Autofahren aus medizinischer Sicht wieder erlaubt ist, stimmt nicht in jedem Fall mit den versicherungsrechtlichen Vorgaben überein. Eine frühzeitige Klärung hilft, mögliche Unsicherheiten bezüglich des Versicherungsschutzes zu vermeiden.

In den ersten Wochen nach der Operation sollten körperliche Belastungen und Aktivitäten, die die Wundheilung beeinträchtigen könnten, vermieden werden. Die behandelnden Fachpersonen geben individuelle Empfehlungen für die Rückkehr zu Alltag, Arbeit und Sport.

Viele Patientinnen und Patienten profitieren nach der Erholungsphase von einer verbesserten Belastbarkeit und einer höheren Lebensqualität. Der langfristige Erfolg hängt unter anderem von der Herzfunktion, möglichen Begleiterkrankungen und der konsequenten Nachsorge ab.

Die Überlebenschancen nach einer Bypass-Operation sind heute dank moderner Operationsverfahren und umfassender medizinischer Betreuung in vielen Fällen gut. Die individuelle Prognose hängt jedoch von Faktoren wie Alter, Begleiterkrankungen und dem Schweregrad der Herzerkrankung ab.

Eine Bypass-Operation kann die Durchblutung des Herzmuskels langfristig verbessern und dazu beitragen, Beschwerden zu reduzieren. Wie lange ein Mensch nach dem Eingriff lebt, hängt von vielen individuellen Faktoren ab und lässt sich nicht pauschal vorhersagen

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