Interdisziplinäre Zusammenarbeit
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der interdisziplinären Zusammenarbeit innerhalb des USZ. Gemeinsam mit Fachbereichen wie Gynäkologie, Geburtshilfe, Reproduktionsendokrinologie, Endokrinologie, Neurologie, Angiologie, Rheumatologie und weiteren Spezialdisziplinen ermöglichen wir eine umfassende Abklärung, Beratung und Behandlung aus einer Hand.
Individualisierte Prävention
Wir beraten Menschen mit erhöhtem kardiovaskulärem Risiko individuell und geschlechtersensibel. Dabei berücksichtigen wir klassische Risikofaktoren wie Bluthochdruck, erhöhte Blutfette, Diabetes mellitus, Rauchen, familiäre Vorbelastung oder Übergewicht ebenso wie geschlechtsspezifische und hormonelle Faktoren, Schwangerschaftskomplikationen, Autoimmunerkrankungen oder die Menopause. Ziel ist es, Risiken frühzeitig zu erkennen, gezielt zu behandeln und gemeinsam eine nachhaltige Präventionsstrategie zu entwickeln, die zur jeweiligen Lebenssituation passt.
Kardiovaskuläre Erkrankungen
Wir unterstützen die Diagnose und das Management kardiovaskulärer Erkrankungen. Dazu gehören unter anderem koronare Herzerkrankungen, von denen einige Formen Frauen häufiger oder in besonderer Weise betreffen. Beispiele sind Erkrankungen der kleinen und kleinsten Herzgefässe (INOCA/ANOCA), Myokardinfarkte ohne obstruktive Koronarpathologie (MINOCA), einschliesslich spontaner Koronardissektion, Koronarspasmen sowie das Tako-Tsubo-Syndrom (Broken-Heart-Syndrom).
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Herzrhythmusstörungen. Wir betreuen Patientinnen mit Beschwerden wie Herzrasen, Herzstolpern, unregelmässigem Puls, Schwindel oder Synkopen und klären diese gezielt ab. Geschlechtsspezifische Unterschiede in Auftreten, Symptomen, Risikoprofil, Medikamentenwirkung und Therapieentscheidung können berücksichtigt werden. Auch hormonelle Einflüsse können bei rhythmologischen Beschwerden eine Rolle spielen.
Weitere Schwerpunkte unserer Frauen-Herz-Sprechstunde sind Herzinsuffizienz – insbesondere die Diagnostik der Herzinsuffizienz mit erhaltener Pumpfunktion – sowie Herzerkrankungen im Rahmen von Autoimmunerkrankungen.
Schwangerschaft und Herzgesundheit
Als Teil unseres interdisziplinären „Pregnancy Heart Team“ bieten wir eine kardiologische Betreuung vor, während und nach der Schwangerschaft an. Dies umfasst die Beratung und Begleitung von Patientinnen mit angeborenen Herzfehlern, Herzklappenerkrankungen, Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz oder Kardiomyopathien. Ziel ist eine individuelle Risikoabschätzung und eine sichere, interdisziplinär abgestimmte Betreuung in enger Zusammenarbeit mit der Geburtshilfe, Gynäkologie, Anästhesie und weiteren beteiligten Fachdisziplinen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf schwangerschaftsassoziierten kardiovaskulären Risiken und sogenannten Adverse Pregnancy Outcomes. Dazu zählen insbesondere hypertensive Schwangerschaftserkrankungen wie Schwangerschaftshypertonie, chronischer Bluthochdruck in der Schwangerschaft, Prä-Eklampsie/Eklampsie und HELLP-Syndrom, aber auch Gestationsdiabetes sowie Fehlgeburten, Frühgeburten oder Totgeburten. Diese Ereignisse können Hinweise auf ein erhöhtes späteres Herz-Kreislauf-Risiko geben. Wir unterstützen daher die kardiologische Nachsorge und Prävention nach komplizierten Schwangerschaftsverläufen, um Risiken frühzeitig zu erkennen und langfristig zu reduzieren.
Menopause und hormonelle Gesundheit
Hormonelle Veränderungen und gynäkologisch-endokrinologische Erkrankungen können Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System haben. Dazu zählen unter anderem das polyzystische Ovar-Syndrom (PCOS), Endometriose, eine vorzeitige Menopause sowie Beschwerden in der Peri- und Postmenopause. Symptome wie Herzrasen, Herzklopfen, Schwindel oder eine veränderte Belastbarkeit sollten kardiologisch abgeklärt werden, um mögliche kardiale Ursachen auszuschliessen und das individuelle kardiovaskuläre Risiko einzuordnen.
Auch eine Hormonersatztherapie sollte bei entsprechender Indikation in manchen Fällen kardiologisch begleitet und in enger Abstimmung mit der Gynäkologie/Reproduktionsendokrinologie sowie auf Basis aktueller Evidenz beurteilt werden. Ziel ist eine individuelle Beratung, die hormonelle, kardiovaskuläre und persönliche Risikofaktoren berücksichtigt.
Kardiologische Betreuung von Personen mit biologischen und soziokulturellen Varianten des Geschlechts
Wir bieten eine individuelle und geschlechtersensible kardiologische Betreuung für Personen mit biologischen und soziokulturellen Varianten des Geschlechts an. Dazu gehören unter anderem Menschen nach sozialer, hormoneller oder operativer Transition sowie LGBTIQ+ Personen mit spezifischen kardiovaskulären Fragestellungen. Dabei berücksichtigen wir sowohl biologische Faktoren als auch psychosoziale und versorgungsbezogene Aspekte, die für Prävention, Diagnostik und Therapie relevant sein können.
Warum an unser Spital? Ihre Vorteile am USZ
Am Universitätsspital Zürich ist die geschlechterspezifische Herzmedizin an den Lehrstuhl für Gendermedizin der Universität gekoppelt – hierdurch entsteht eine enge Verzahnung von Klinik, Forschung und Lehre.
Mit dem Frauenherzgesundheitsprogramm schliesst das USZ eine wichtige Versorgungslücke. Unsere Patientinnen profitieren von hoher fachlicher Expertise, aktueller Forschung und einer Betreuung, die ihre spezifischen Bedürfnisse ernst nimmt – für eine nachhaltige Herzgesundheit.