Was ist eine Hashimoto-Thyreoiditis?
Dabei handelt es sich um eine Entzündungsreaktion der Schilddrüse. Die Erkrankung wird auch Autoimmunthyreoiditis oder umgangssprachlich Hashimoto genannt und ist benannt nach dem japanischen Mediziner Hakaru Hashimoto, der sie erstmals als eigenständige Krankheit beschrieb.
Dabei richtet sich das körpereigene Abwehrsystem irrtümlich gegen Schilddrüsenzellen. Sie gehört damit zu den Autoimmunerkrankungen, bei denen sich das Immunsystem gegen körpereigenes Gewebe richtet.
Diese anhaltende Autoimmunreaktion führt dazu, dass über Jahre hinweg Schilddrüsengewebe zerstört wird. Die chronische Entzündung verkleinert die Schilddrüse also mit der Zeit, das Organ arbeitet immer weniger und es entsteht eine Schilddrüsenunterfunktion, medizinisch Hypothyreose.
Das kann eine ganze Reihe von negativen Folgen für den gesamten Stoffwechsel nach sich ziehen. Die häufigste Ursache für eine Hypothyreose ist übrigens die Autoimmunthyreoiditis oder Hashimoto-Thyreoiditis.
Hashimoto Häufigkeit und Risikogruppen
Die Hashimoto-Thyreoiditis ist die häufigste chronische Erkrankung der Schilddrüse und betrifft in Mitteleuropa schätzungsweise bis zu 10% der Bevölkerung. Auch in der Schweiz gehört sie zu den häufigsten Ursachen einer Schilddrüsenunterfunktion.
Die Erkrankung tritt oft erst im Erwachsenenalter auf, also meist ab 30 Jahren und bis zu 50 Jahren. Betroffene sind häufig Frauen, ihr Risiko für diese Form der Schilddrüsenentzündung beträgt etwa 5:1 im Vergleich zu Männern. Gründe dafür werden unter anderem in hormonellen Einflüssen sowie in geschlechtsspezifischen Unterschieden des Immunsystems vermutet.
Zudem zeigt sich bei vielen Betroffenen eine familiäre Häufung, was auf eine genetische Veranlagung hinweist. Menschen mit Hashimoto-Thyreoiditis haben ausserdem ein erhöhtes Risiko, zusätzlich an anderen Autoimmunerkrankungen zu erkranken.
Ursachen und Risikofaktoren von Hashimoto
Autoimmunthyreoiditis oder Hashimoto-Thyreoiditis bezeichnet eine Autoimmunerkrankung, die sich gegen die Schilddrüse richtet.
Dabei greifen Abwehrzellen wie etwa T-Lymphozyten Zellen die Schilddrüse an, als würden diese nicht zum Körper gehören, sondern zu fremdem Gewebe. Wegen der Beteiligung der T-Lymphozyten wird diese Autoimmunkrankheit auch als chronisch-lymphozytäre Thyreoiditis bezeichnet.
Die genauen Ursachen der Hashimoto-Thyreoiditis sind bislang nicht abschliessend geklärt. Fachlich wird davon ausgegangen, dass eine genetische Veranlagung mit zusätzlichen auslösenden Faktoren zusammenspielt.
Welche Auslöser es sind, die unsere Abwehrkräfte falsch lenken und sie deshalb Antikörper gegen Schilddrüsengewebe bilden, ist immer noch unbekannt. Es gibt aber Vermutungen:
- Familiäre Vorbelastung: Die Gene könnten eine Rolle spielen, denn Autoimmunthyreoiditis oder Hashimoto-Thyreoiditis tritt in manchen Familien gehäuft auf. Manche der Betroffenen haben zusätzlich noch andere Autoimmunkrankheiten, was die These von der familiären Belastung bekräftigt. Dazu gehören etwa Diabetes Typ 1 sowie Zöliakie, aber auch seltenere Autoimmunerkrankungen wie beispielsweise Morbus Addison (Nebennierenunterfunktion), Vitamin-B12-Mangelanämie oder perniziöse Anämie, aber auch die Weissfleckenkrankheit (Vitiligo) kann parallel zu einer Autoimmunthyreoiditis oder Hashimoto-Thyreoiditis vorliegen. Sind mindestens zwei Organe, die zum Hormonhaushalt gehören, oder zwei verschiedene Drüsen in ihrer Funktion eingeschränkt, beziehungsweise arbeiten nicht mehr, sprechen wir von einem polyglandulärem Autoimmun-Syndrom, etwa bei Diabetes Typ 1 und Schilddrüsenentzündung. Die Bezeichnung polyglandulär ist zusammengesetzt aus den griechischen Wörtern „poly“ für viel und „glandula“ für Drüse.
- Jodreiche Ernährung: Bei familiärer Belastung könnte ausserdem eine sehr hohe Jodzufuhr ein Risikofaktor für die Entstehung oder Verstärkung einer Schilddrüsen-Autoimmunerkrankung sein. Dies betrifft insbesondere hochdosierte Jodpräparate oder jodhaltige Medikamente. Die übliche Jodversorgung über die Ernährung oder jodiertes Speisesalz gilt hingegen als unproblematisch.
- Infektionen: Eine Infektion mit bestimmten Bakterien oder Viren könnte die familiär bedingte Bereitschaft zur Entwicklung einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse sozusagen triggern. Solche Infektionen gelten nicht als alleinige Ursache, sondern werden als mögliche Auslöser bei bestehender genetischer Veranlagung diskutiert.
Die deutlich höhere Häufigkeit der Hashimoto-Thyreoiditis bei Frauen deutet zudem darauf hin, dass hormonelle Einflüsse eine Rolle bei der Krankheitsentstehung spielen könnten.
Eine genetische Vorbelastung plus eine Infektion könnten also Ursache für diese Autoimmunerkrankung der Schilddrüse sein, so wird vermutet, bewiesen ist das allerdings nicht.
Anfangs manchmal wie bei Schilddrüsenüberfunktion, später typisch für eine Unterfunktion
Autoimmunthyreoiditis oder Hashimoto-Thyreoiditis bleibt oft lange unentdeckt, weil so gut wie keine Frühsymptome auftreten. Die chronische Krankheit schreitet langsam voran. Manchmal kann es im frühen Stadium als Antwort auf die Entzündung zu einer milden Schilddrüsenüberfunktion kommen. Dann zeigen sich folgende Symptome, die für eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) typisch sind:
- Sie schwitzen mehr als früher.
- Obwohl Sie nicht weniger essen als sonst, verlieren Sie Gewicht.
- Sie sind nervös.
- Sie leiden immer wieder unter Herzklopfen.
Diese Phase ist meist vorübergehend und wird von Betroffenen oft nicht eindeutig einer Schilddrüsenerkrankung zugeordnet.
Mit Voranschreiten der Autoimmunthyreoiditis wird Schilddrüsengewebe zerstört, damit nimmt die Produktion von Schilddrüsenhormonen ab. Dadurch zeigen sich die spezifischen Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), wie:
- Der Antrieb fehlt.
- Sie nehmen zu, neigen zu Verstopfung.
- Es kommt zu Konzentrationsstörungen.
- Sie sind ständig müde, obwohl Sie mehr schlafen als früher.
- Sie frösteln schnell, sind besonders kälteempfindlich.
- Die Haut wird trocken.
- Auch die Haare verändern sich und werden brüchig.
Zusätzlich können bei einer Schilddrüsenunterfunktion psychische und kognitive Beschwerden auftreten, etwa depressive Verstimmung, Reizbarkeit, innere Anspannung oder Gedächtnis- und Wortfindungsstörungen („Brain Fog“). Die Ausprägung der Symptome ist individuell sehr unterschiedlich und nicht alle Beschwerden treten bei jeder betroffenen Person gleichzeitig auf. Bei Frauen können zudem Zyklusveränderungen oder ein unerfüllter Kinderwunsch erste Hinweise auf eine Schilddrüsenfunktionsstörung sein.
Im Verlauf der Erkrankung kann es auch zu strukturellen Veränderungen der Schilddrüse kommen. Dabei kann sich das Organ beispielsweise verkleinern (Atrophie der Schilddrüse), manchmal aber auch vergrössern. Die Vergrösserung der Schilddrüse nehmen Betroffene oft als zusätzliches Symptom war, als so genanntes Globusgefühl im Hals. Sie beschreiben das, als würde ein Kloss im Hals drücken und den Schlund etwas verengen.

Hashimoto-Thyreoiditis Diagnose
Weil die Symptome erst nach und nach deutlicher werden, holen die meisten Betroffenen erst spät ärztlichen Rat ein. Die Diagnose einer Schilddrüsenentzündung erfolgt deshalb häufig erst dann, wenn das Organ bereits merklich geschädigt und in seiner Funktion eingeschränkt ist.
Um eine Schilddrüsenentzündung oder Hashimoto-Thyreoiditis erkennen zu können, werden verschiedene Methoden genutzt:
- Tastuntersuchung: Bei der Tastuntersuchung kontrollieren wir, ob die Schilddrüse vergrössert oder verkleinert ist, ob sie druckempfindlich reagiert. Abtasten kann also bereits erste Anhaltspunkte liefern.
- Blutuntersuchung: Aussagekräftiger ist der Bluttest bei Verdacht auf eine Autoimmunthyreoiditis oder Hashimoto-Thyreoiditis. Dazu gehören verschiedene Blutwerte, die mit der Schilddrüse in Zusammenhang stehen. Dabei geht es einerseits um die gezielte Suche nach speziellen Antikörpern, die bei einer Autoimmunthyreoiditis auftreten. Sie weisen darauf hin, ob diese Krankheit vorliegt, aber nicht, ob dadurch auch die Schilddrüsenfunktion leidet. Deshalb werden zusätzlich die Schilddrüsenwerte kontrolliert, weil sie zeigen, ob und wie stark die chronische Entzündung die Schilddrüsenfunktion bereits beeinflusst. Gemeinsam geben diese Werte Aufschluss darüber, ob eine Hashimoto-Thyreoiditis vorliegt und inwieweit sie eine behandlungsbedürftige Schilddrüsenfunktionsstörung nach sich zieht. Typisches Beispiel für den Nachweis einer Hashimoto-Erkrankung und die damit meist verbundene Unterfunktion der Schilddrüse: TSH-Wert und TPO-AK-Werte sind erhöht, die T4-Werte zu niedrig.
- Ultraschalluntersuchung: Schliesslich gibt die Ultraschalluntersuchung zusätzlich Aufschluss darüber, ob die Schilddrüse durch Entzündungen verändert ist. Ergänzend lassen sich ausserdem weitere Untersuchungen durchführen wie die Feinnadelbiopsie zur Gewebeentnahme und die Schilddrüsenszintigrafie als bildgebende Diagnosemöglichkeit.
- Szintigraphie: Mittels einer Schilddrüsenszintigraphie können zudem Informationen über die Funktion der Schilddrüse gewonnen werden.
In der Regel ergibt sich die Diagnose aus der Kombination von klinischem Befund, Blutwerten und bildgebenden Untersuchungen. Eine zentrale Rolle bei der Diagnosestellung und im weiteren Verlauf spielen die Blutwerte. Sie erlauben Rückschlüsse sowohl auf die Schilddrüsenfunktion als auch auf das Vorliegen einer Autoimmunreaktion.
Hashimoto-Thyreoiditis Werte
Die Blutwerte helfen nicht nur bei der Diagnosestellung, sondern sind auch für die Verlaufskontrolle und Therapieplanung entscheidend. Dabei ist wichtig zu verstehen, dass nicht ein einzelner Wert, sondern immer das Zusammenspiel mehrerer Parameter beurteilt wird.
Der TSH-Wert dient als zentraler Orientierungswert und zeigt an, wie stark die Schilddrüse vom übergeordneten Hormonsystem gesteuert wird. Ergänzend geben die Schilddrüsenhormone freies T4 (fT4) und freies T3 (fT3) Auskunft über die tatsächliche Hormonproduktion der Schilddrüse.
Für den Nachweis der Autoimmunerkrankung sind insbesondere Antikörper gegen Schilddrüsengewebe, vor allem TPO-Antikörper, typisch. Erhöhte Antikörperwerte bestätigen eine Autoimmunreaktion, erlauben jedoch keine direkte Aussage über den Schweregrad der Erkrankung oder den aktuellen Behandlungsbedarf.
Deshalb werden Blutwerte stets im Zusammenhang mit den Beschwerden und weiteren Befunden beurteilt. Auch bei unauffälligen Werten können Symptome bestehen, während umgekehrt erhöhte Antikörper nicht zwingend eine sofortige Behandlung erforderlich machen.
Differenzialdiagnosen bei Hashimoto
Die Beschwerden einer Hashimoto-Thyreoiditis sind teilweise unspezifisch und können auch bei anderen Erkrankungen auftreten. Deshalb ist es wichtig, mögliche andere Ursachen gezielt auszuschliessen.
Dazu zählen insbesondere andere Schilddrüsenerkrankungen, wie eine Schilddrüsenüberfunktion anderer Ursache, eine subakute Schilddrüsenentzündung oder knotige Veränderungen der Schilddrüse.
Auch Mangelzustände wie Eisen-, Vitamin-B12- oder Vitamin-D-Mangel sowie psychische Erkrankungen, etwa depressive Störungen oder Erschöpfungssyndrome, können ähnliche Symptome verursachen.
Eine sorgfältige ärztliche Abklärung hilft, die Beschwerden korrekt einzuordnen und eine zielgerichtete Behandlung einzuleiten.
Alltag mit Hashimoto-Thyreoiditis
Nach der Diagnosestellung stellt sich für viele Betroffene die Frage, was die Hashimoto-Thyreoiditis langfristig für den Alltag bedeutet. Die Erkrankung verläuft in der Regel chronisch und begleitet Betroffene über viele Jahre.
Mit einer individuell angepassten Behandlung und regelmässigen ärztlichen Kontrollen lässt sich die Schilddrüsenfunktion jedoch meist gut ausgleichen. Im Alltag ist daher in den meisten Fällen keine wesentliche Einschränkung der Lebensqualität zu erwarten.
Neben der medikamentösen Therapie spielen auch Lebensstil und Ernährung eine Rolle für das persönliche Wohlbefinden und eine stabile Einstellung der Schilddrüsenfunktion. Ein gutes Verständnis der Erkrankung kann Betroffenen helfen, Veränderungen frühzeitig wahrzunehmen und die Behandlung aktiv zu unterstützen.
Ernährung und Lebensstil bei Hashimoto
Eine spezielle Diät zur Behandlung der Hashimoto-Thyreoiditis ist nicht erforderlich. Grundsätzlich gelten die gleichen Empfehlungen wie für eine gesunde Allgemeinbevölkerung: eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung, regelmässige Bewegung und ausreichend Erholung.
Einzelne Nährstoffe spielen jedoch für die Schilddrüsenfunktion eine Rolle. Dazu gehören insbesondere Jod, Selen, Eisen sowie Vitamin B12 und Vitamin D. Während eine normale Jodzufuhr über die Ernährung in der Regel unproblematisch ist, sollten hochdosierte Jodpräparate ohne ärztliche Rücksprache vermieden werden.
Nahrungsergänzungsmittel sind bei Hashimoto-Thyreoiditis nicht routinemässig notwendig und sollten nur bei nachgewiesenem Mangel eingesetzt werden. Auch für spezielle Ernährungsformen, wie glutenfreie oder entzündungshemmende Diäten, gibt es keine allgemeingültige Empfehlung.
Ein gesunder Lebensstil mit regelmässiger Bewegung, ausreichend Schlaf und Stressreduktion kann dazu beitragen, das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern und Symptome besser zu bewältigen. Entscheidend ist eine individuell passende Therapie und eine gute ärztliche Begleitung.
Besondere Lebensphasen: Kinderwunsch und Schwangerschaft
Bei Kinderwunsch und während der Schwangerschaft kommt der Schilddrüsenfunktion eine besondere Bedeutung zu. Schilddrüsenhormone sind wichtig für die Entwicklung des ungeborenen Kindes, insbesondere in den ersten Schwangerschaftswochen.
Frauen mit Hashimoto-Thyreoiditis sollten deshalb bereits bei Kinderwunsch ihre Schilddrüsenwerte überprüfen lassen. Während der Schwangerschaft sind regelmässige Kontrollen notwendig, da sich der Bedarf an Schilddrüsenhormonen verändern kann und eine Anpassung der Medikation häufig erforderlich ist.
Bei guter Einstellung der Schilddrüsenfunktion verläuft eine Schwangerschaft in der Regel unkompliziert. Eine enge Zusammenarbeit zwischen behandelnder Ärztin oder behandelndem Arzt und der schwangeren Person trägt dazu bei, Risiken für Mutter und Kind zu minimieren.
Auch nach der Geburt sind Verlaufskontrollen sinnvoll, da sich die Schilddrüsenfunktion in der postpartalen Phase erneut verändern kann.
Hashimoto-Erkrankung: Vorbeugen, Früherkennung, Prognose
Gezielte Prävention gegen Hashimoto-Thyreoiditis ist nicht möglich. Weil die Ursachen dieser chronischen Schilddrüsenerkrankung nicht bekannt sind, gibt es in diesem Zusammenhang keine vernünftigen Ansatzpunkte.
Versäumen Sie deshalb nicht, die Krankheit wenigstens so früh wie möglich zu erkennen. Lassen Sie die aufgeführten Symptome auf jeden Fall ärztlich abklären. Der einfache Bluttest überprüft die wichtigsten Schilddrüsenparameter sicher und rasch.
Verlauf und Prognose bei Hashimoto
Es gibt zwar keine Möglichkeit, die Hashimoto-Thyreoiditis zu heilen. Die chronische Entzündung schreitet fort und zerstört dabei nach und nach Schilddrüsengewebe. Dadurch entsteht eine Schilddrüsenunterfunktion. Diese lässt sich jedoch mit entsprechenden Tabletten ausgleichen.
Gefährlich wird eine Autoimmunthyreoiditis erst dann, wenn diese Therapie ausbleibt. Wird die Schilddrüsenfunktionsstörung behandelt und gezielt ausgeglichen, können die Betroffenen jedoch normal leben und gelten als gesund.
Selbsthilfegruppen
Der Austausch mit Gleichbetroffenen kann bei der Bewältigung einer Krankheit eine grosse Unterstützung sein. Beratung auf der Suche nach einer geeigneten Selbsthilfegruppe erhalten Sie bei Selbsthilfe Zürich. Selbsthilfe Zürich und das Universitätsspital Zürich sind Kooperationspartner im nationalen Projekt «Gesundheitskompetenz dank selbsthilfefreundlicher Spitäler».
Hashimoto-Thyreoiditis: Behandlung mit Schilddrüsenhormonen
Eine Hashimoto-Thyreoiditis muss nicht immer behandelt werden. Auch wenn Antikörper im Blut nachweisbar sind, sind Medikamente nicht notwendig, solange die Schilddrüsenfunktion normal ist und keine Beschwerden bestehen. In diesen Fällen reichen regelmässige Kontrollen der Schilddrüsenwerte, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
Behandelt wird bei Hashimoto nicht die Entzündung selbst, sondern deren Folgen. Im Verlauf der Erkrankung kann die Schilddrüse immer weniger Hormone produzieren. Kommt es dadurch zu einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), ist eine Behandlung meist erforderlich.
Die Therapie besteht in der Einnahme von Schilddrüsenhormonen, meist in Form von Levothyroxin (L-Thyroxin). Dieses Medikament ersetzt das fehlende Hormon und gleicht die Unterfunktion aus. Die benötigte Dosis wird individuell festgelegt und anhand der Blutwerte angepasst.
Um eine gute Einstellung zu erreichen, sind regelmässige ärztliche Kontrollen notwendig. Da sich die Schilddrüsenfunktion im Laufe der Zeit weiter verändern kann, muss die Dosierung gelegentlich angepasst werden. In den meisten Fällen ist die Behandlung langfristig oder lebenslang erforderlich. In dieser Phase sind meist einmal jährliche Kontrollen ausreichend.
Bei gut eingestellter Therapie können Betroffene ein normales Leben ohne relevante Einschränkungen führen.
Häufige Fragen zur Hashimoto Erkrankung
Hashimoto-Thyreoiditis verläuft oft schleichend. Anfangs bestehen häufig keine oder nur unspezifische Beschwerden. Im weiteren Verlauf kommt es meist zu Symptomen einer Schilddrüsenunterfunktion wie Müdigkeit, Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit oder Konzentrationsstörungen.
Typisch für Hashimoto ist eine chronische, meist schmerzlose Entzündung der Schilddrüse, die durch eine Autoimmunreaktion verursacht wird. Charakteristisch sind erhöhte Schilddrüsenantikörper und ein langsamer Funktionsverlust der Schilddrüse.
Die genauen Ursachen sind nicht abschliessend geklärt. Es wird davon ausgegangen, dass eine genetische Veranlagung besteht und zusätzliche Faktoren wie Infektionen oder hormonelle Einflüsse die Erkrankung auslösen können.
Hashimoto richtet sich gezielt gegen die Schilddrüse. Das Immunsystem greift Schilddrüsenzellen an, was zu einer chronischen Entzündung und langfristig zu einer verminderten Hormonproduktion führt.
Hashimoto ist eine Autoimmunerkrankung, während die Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) eine Funktionsstörung ist. Hashimoto ist die häufigste Ursache einer Schilddrüsenunterfunktion, aber nicht jede Unterfunktion wird durch Hashimoto verursacht.
Bei frühzeitiger Diagnose und richtiger Behandlung ist die Lebenserwartung nicht eingeschränkt. Mit gut eingestellter Schilddrüsenfunktion können Betroffene ein normales Leben führen.
Das Befinden ist individuell sehr unterschiedlich. Viele Betroffene fühlen sich bei guter Einstellung beschwerdefrei, andere berichten über Müdigkeit, Erschöpfung oder Konzentrationsprobleme, insbesondere bei noch nicht optimal eingestellter Therapie.
Es gibt keine allgemein verbotenen Lebensmittel bei Hashimoto. Hochdosierte Jodpräparate sollten ohne ärztliche Rücksprache vermieden werden. Eine ausgewogene Ernährung wird empfohlen; spezielle Diäten sind in der Regel nicht notwendig.
Ein sogenannter Schub kann sich durch eine vorübergehende Verschlechterung der Symptome bemerkbar machen, etwa durch vermehrte Müdigkeit, Unruhe oder Veränderungen der Schilddrüsenwerte. Nicht jede Befindlichkeitsänderung bedeutet jedoch einen Krankheitsaktivitätsschub.
Ein vermehrt vorgewölbter oder aufgeblähter Bauch kann verschiedene Ursachen haben. Eine unbehandelte Schilddrüsenunterfunktion kann dazu beitragen, den Stoffwechsel zu verlangsamen, was zu Gewichtszunahme, Wassereinlagerungen oder Verstopfung führen kann. Auch Verdauungsbeschwerden oder begleitende Unverträglichkeiten können eine Rolle spielen. Ein dicker Bauch ist jedoch kein spezifisches Merkmal von Hashimoto.
Eine Hashimoto-Thyreoiditis ist in der Regel nicht akut gefährlich. Unbehandelt kann sie jedoch zu einer ausgeprägten Schilddrüsenunterfunktion führen. Mit regelmässiger Kontrolle und Therapie sind Komplikationen gut vermeidbar.