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Netzhauterkrankungen

Retinopathien

Bei Menschen mit einer Netzhauterkrankung werden die lichtempfindlichen Sinneszellen in der Netzhaut (Retina) geschädigt und sterben im schlimmsten Fall ab. Es gibt viele verschiedene Krankheitsbilder, etwa die Altersbedingte Makuladegeneration, Diabetische Retinopathie oder Retinitis pigmentosa. Allen gemeinsam ist, dass das Sehvermögen leidet oder sogar ganz verloren geht. Lesen Sie alles über die Ursachen, Symptome und Behandlungen der wichtigsten Netzhauterkrankungen.

Überblick: Was sind Netzhauterkrankungen?

Bei einer Netzhauterkrankung nimmt die Netzhaut im Auge – die Retina – Schaden. Diese Schicht enthält die lichtempfindlichen Sinneszellen (Fotorezeptoren), die für das Farbensehen sowie die Wahrnehmung von Schwarz-Weiss im Dämmerlicht unabdingbar sind.

Fachleute unterscheiden verschiedene Arten von Netzhauterkrankungen. In der medizinischen Fachsprache heissen sie Retinopathien. Beispiele sind die Altersbedingte Makuladegeneration (AMD), Diabetische Retinopathie, Retinitis pigmentosa, Gefässverschlüsse in der Retina oder die Netzhautablösung. Es gibt aber noch viele weitere Formen, die auch erblich bedingt sein können, und verschieden oft vorkommen.

Netzhauterkrankungen können sehr unterschiedliche Ursachen haben. Die Altersbedingte Makuladegeneration hängt in der Regel mit dem Alter zusammen, während die Diabetische Retinopathie eine Komplikation der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus ist. Bei der Retinitis pigmentosa liegen die Ursachen in den Genen – diese Form der Netzhauterkrankung ist also erblich bedingt. Bei retinalen Gefässverschlüssen sind Arterien oder Venen in der Netzhaut blockiert. Und die Ursache der Netzhautablösung ist meist ein Riss oder Loch in der Retina.

Die Symptome richten sich nach der Ursache der Netzhauterkrankung. Allen gemeinsam ist eine Verschlechterung beziehungsweise der Verlust des Sehvermögens. Die lichtempfindlichen Sehzellen – die Stäbchen und Zapfen – werden geschädigt oder sterben ab. Die Fähigkeit zum Farbensehen sowie Schwarz-Weiss-Sehen im Dämmerlicht und in der Dunkelheit nehmen ab.

Die Behandlung hängt von der Art der Netzhauterkrankung ab. Fachleute versuchen, den Verlust der Sehfähigkeit zu bremsen, die Symptome zu lindern und – falls vorhanden – die Grunderkrankung ausreichend zu behandeln. Ausserdem therapieren sie eventuelle Komplikationen der Retinopathie.

Bei der Behandlung unterscheiden Ärztinnen und Ärzte zwischen der sogenannten „Medical Retina“ – der Behandlung ohne Operation – und der „Surgical Retina“ – einer Therapie mit Operation.

Surgical Retina

Der Begriff „Surgical Retina“ umfasst ein weites Spektrum an Augenerkrankungen, die den Glaskörper und/oder die Netzhaut betreffen. Allen gemeinsam ist, dass ein chirurgischer Eingriff am Glaskörper oder der Netzhaut als Erstbehandlung notwendig ist. Viele Erkrankungen am Auge, die zur Gruppe „Surgical Retina“ gehören, sind Notfälle. Das bedeutet, dass Ärztinnen und Ärzte möglichst schnell operieren müssen, um das Augenlicht zu retten. Die Mehrzahl dieser Fälle lässt sich heute mit Hilfe moderner OP-Methoden behandeln.

Einige Beispiele aus der Rubrik der Surgical Retina, bei denen schnelles Handeln besonders wichtig ist:

  • Netzhautablösung: Dabei löst sich die Retina von den darunterliegenden Schichten ab.
  • Einblutungen in den Glaskörper, etwa infolge einer Verletzung oder Glaskörperabhebung.
  • Loch in der Makula (Makulaforamen) – an der Stelle des schärfsten Sehens, der Makula, bildet sich ein Loch. Als Ursache gelten Zugkräfte, die auf die Makula einwirken und sie einreissen lassen.
  • Loch in der Netzhaut (Retinaforamen, Netzhautforamen) – zum Beispiel durch degenerative Prozesse oder eine Glaskörperabhebung.
  • Epiretinale Membran: Dabei bildet sich eine dünne Gewebeschicht oder ein feiner Film über der Makula – dem zentralen Punkt der Netzhaut und Ort des schärfsten Sehens.
  • Aderhauttumore – diese Gewebswucherungen im Auge können gut- oder bösartig sein.
  • Intraokulares Lymphom – ein Non-Hodgkin-Lymphom, welches neben dem zentralen Nervensystem (ZNS) auch das Auge befallen kann.
  • Austausch der Intraokularen Linse (IOL), etwa aufgrund einer Verschiebung oder Lockerung(Luxation)
  • Traumata (Verletzungen)
  • Endophthalmitis – eine schwere Infektion innerhalb des Auges

Netzhauterkrankungen – Häufigkeit und Alter

Die Häufigkeit und das Alter hängen immer von der Art der Netzhauterkrankung ab. Einige Beispiele:

  • Altersbedingte Makuladegeneration: Die AMD betrifft in aller Regel Menschen jenseits des 50. Lebensjahres. Der wichtigste Risikofaktor ist das Alter. Die Häufigkeit steigt also mit zunehmenden Lebensjahren: Zwischen 65 und 75 Jahren ist etwa 1 von 100 Personen betroffen. Bei den über 85-Jährigen sind es schon 10 bis 20 von 100 Personen. Es gibt zwei Formen dieser Netzhauterkrankung: die trockene (häufiger) und feuchte (seltener) Altersbedingte Makuladegeneration. In den Industrieländern ist die AMD die häufigste Ursache für starke Sehbehinderungen bei Senioren.
  • Diabetische Retinopathie: Diese Komplikation kommt bei Menschen mit Diabetes mellitus vor, deren Blutzucker langfristig nicht gut eingestellt war. Ungefähr 9 bis 16 Prozent der Typ-2-Diabetiker und 24 bis 27 Prozent der Typ-1-Diabetiker erkranken daran. In der westlichen Welt ist diese Netzhauterkrankung der häufigste Grund für die Erblindung bei den 20- bis 65-Jährigen. Auch in der Schweiz ist die Diabetische Retinopathie die häufigste Ursache für eine Sehbehinderung vor dem 70. Lebensjahr. Männer und Frauen können gleichermassen erkranken.
  • Retinitis pigmentosa: Sie umfasst nicht nur eine Krankheit, sondern eine ganze Gruppe von erblich bedingten Netzhauterkrankungen. Weltweit sind ungefähr drei Millionen Menschen davon betroffen. Meist nimmt sie schon im Jungendalter oder in den mittleren Lebensjahren ihren Anfang. Im mittleren Erwachsenenalter ist sie eine der häufigsten Ursachen für den Sehverlust.
  • Retinale Gefässverschlüsse: Wichtige Venen (häufiger) oder Arterien (seltener) in der Netzhaut verschliessen sich – dann fällt die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung der Sehzellen aus. Arterielle Verschlüsse betreffen Männer etwa doppelt so oft wie Frauen. Meist erkranken ältere Menschen daran. Ein venöser Gefässverschluss tritt oft zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr auf.
  • Netzhautablösung: Sie kommt vergleichsweise selten vor. Fachleute schätzen, dass etwa 1 von 10.000 Personen pro Jahr davon betroffen ist. Am häufigsten erkranken ältere und stark kurzsichtige Menschen. Selten tritt die Netzhautablösung bei jüngeren und normalsichtigen Menschen auf. Bei Männern ist sie weiter verbreitet als bei Frauen.

Netzhauterkrankungen: Ursachen und Risikofaktoren

Die Ursachen von Netzhauterkrankungen können sehr verschieden sein. Meist steckt eine andere Erkrankung hinter der Retinopathie. Allen gemeinsam ist jedoch, dass die lichtempfindlichen Sinneszellen in der Netzhaut Schaden nehmen und absterben. Die Sehfähigkeit verschlechtert sich – bis hin zur Erblindung.

Netzhauterkrankungen – wenn Zapfen und Stäbchen leiden

Zwei Arten von Fotorezeptoren gibt es in der Netzhaut, die sich in ihrer Form unterscheiden und auf verschiedene Wellenlängen des Lichts reagieren:

  • Zapfen sind vor allem bei Tageslicht aktiv und für das Farbensehen zuständig. In der Netzhaut gibt es eine Region, in dem sich besonders viele Zapfen befinden – der Makula (gelber Fleck). Dort liegt auch der Bereich des schärfsten Sehens. Ein Mensch besitzt ungefähr sechs Millionen Zapfen in der Netzhaut. Sie enthalten das Sehpigment Opsin – spezifisch für Rot, Grün und Blau.
  • Stäbchen sind empfindlicher als Zapfen und reagieren schon bei geringen Lichtmengen. So sind sie besonders bei niedrigen Lichtverhältnissen aktiv und ermöglichen das Sehen im Dämmerlicht. Daher kann ein Mensch selbst in der Dunkelheit noch gut Schwarz-Weiss sehen und Umrisse, Schatten und Formen unterscheiden. Die Stäbchen sind stärker in den Randzonen der Netzhaut angesiedelt. Etwa 125 Millionen Stäbchen hat ein Mensch. Sie enthalten den lichtempfindlichen Farbstoff Rhodopsin.

Altersbedingte Makuladegeneration: Ursachen

Die Ursache der Altersbedingten Makuladegeneration (AMD) ist eine Störung des Stoffwechsels in der Netzhaut. Der wichtigste Risikofaktor dafür ist das Alter eines Menschen. Bei der AMD bilden sich Abfallprodukte, die der Körper nicht abbauen kann. Sie lagern sich im Zentrum der Netzhaut (Makula) ab und stören ihre Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen.

Zwei Formen der AMD gibt es:

  • Trockene Altersbedingte Makuladegeneration: Die Fotorezeptoren werden allmählich zerstört und manchmal verändern sich zusätzlich die Sehpigmente. Diese Form kommt häufiger vor.
  • Feuchte Altersbedingte Makuladegeneration: Aufgrund der Ablagerungen bilden sich neue Blutgefässe unterhalb der Netzhaut aus. Sie wachsen in die Retina hinein und können sie anheben. Wenn sie durchlässig werden, gelangen Flüssigkeit und Blut in die Netzhaut und schädigen die Fotorezeptoren.

Kommt die Altersbedingte Makuladegeneration schon in der Familie vor, haben Angehörige ein höheres Risiko für die Netzhauterkrankung. Auch das Rauchen lässt die Gefahr für die AMD klettern – manche betrifft sie sogar schon in jungen Jahren.

Diabetische Retinopathie: Ursachen

Die Ursache der Diabetischen Retinopathie ist die Zuckerkrankheit Diabetes mellitus. Sie ist eine Folge, wenn der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht ist. Diabetes greift die Gefässe an, auch in der Netzhaut – sie „verzuckern“. Eine Diabetische Retinopathie betrifft sowohl Typ-1 als auch Typ-2-Diabetiker. Je länger die Zuckerkrankheit andauert und je älter ein Diabetiker ist, desto grösser ist das Risiko für diese Netzhauterkrankung. Daher ist es auch so wichtig, dauerhaft auf gut eingestellte Blutzuckerwerte zu achten.

Retinitis pigmentosa: Ursachen

Die Ursachen dieser Gruppe von Netzhauterkrankungen liegen in den Genen. Sie sind also erblich bedingt. Eltern können ihrem Nachwuchs das „kranke“ Gen weitergeben. Manchmal genügt ein Gen von einem Elternteil, um an der Retinitis pigmentosa zu erkranken. Manchmal sind zwei Gene von Mutter und Vater notwendig. Die Vererbung kann auch über das X-Chromosom stattfinden – dann sind vor allem Männer betroffen, weil sie es von der Mutter erben.

Allen Formen gemeinsam ist, dass die Lichtsinneszellen schleichend „untergehen“. Meist sind zunächst die Stäbchen betroffen, später die Zapfen. Das Sehvermögen verschlechtert sich zunehmend – bis hin zur Erblindung.

Retinale Gefässverschlüsse: Ursachen

Gefässverschlüsse in der Netzhaut können die Venen (häufiger) und Arterien (seltener) betreffen. Sie können verschiedene Ursachen haben:

  • Venöse retinale Verschlüsse: Die Zentralvene in der Netzhaut oder einer ihrer Seitenäste verschliesst sich. Der häufigste Grund ist ein Blutgerinnsel (Thrombose) in der Netzhaut. Dann ist die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung vermindert oder ganz unterbrochen. Ein erhöhtes Risiko für einen retinalen Venenverschluss haben zum Beispiel Menschen mit Bluthochdruck, Gefässverkalkung (Arteriosklerose) und Diabetes mellitus.
  • Arterielle retinale Verschlüsse: Die zentrale Arterie der Netzhaut oder einer ihrer Seitenäste kann sich verschliessen. Die häufigste Ursache ist eine Embolie, bei der sich ein Blutgerinnsel von einer anderen Stelle des Körpers losreisst und in die Arterien der Netzhaut verschleppt wird. Ein arterieller Verschluss in der Netzhaut ist oft durch eine bestehende Herz-Kreislauf-Erkrankung bedingt.

Netzhautablösung: Ursachen

Die Ursache der Netzhautablösung ist meist ein Riss oder ein Loch in der Netzhaut – oft im Rahmen einer Glaskörperabhebung. Dabei wirken Zugkräfte auf die Netzhaut ein und lassen Risse entstehen. Anschliessend dringt Glaskörperflüssigkeit ein, sammelt sich unter der Netzhaut an und hebt sie ab.

Risikofaktoren für die Netzhautablösung  sind unter anderem:

  • starke Kurzsichtigkeit
  • andere Netzhauterkrankungen wie die Diabetische Retinopathie, Altersbedingte Makuladegeneration, schwere Entzündungen und Infektionen
  • Augentumoren
  • Katarakt-Operationen (Grauer Star)
  • Augenverletzungen
  • frühere Netzhautablösung

Symptome: Netzhauterkrankungen vermindern das Sehvermögen

Die Symptome bei Netzhauterkrankungen hängen immer davon ab, welche Krankheit der Retina zugrunde liegt. Allen gemeinsam ist jedoch, dass sich das Sehvermögen verschlechtert. Dieser Prozess kann langsam und schleichend oder akut und rasch verlaufen – je nach Netzhauterkrankung. Im schlimmsten Fall können Betroffene erblinden. Die wichtigsten Symptome verschiedener Retinopathien im Überblick!

Altersbedingte Makuladegeneration: Symptome

Die Symptome der Altersbedingten Makuladegeneration (AMD) hängen davon ab, ob die trockene oder feuchte Form vorliegt.

Trockene AMD: Symptome

Bei der trockenen AMD setzen die Symptome schleichend und allmählich ein. Sie können ein Auge oder beide Augen betreffen.

  • Sehschwierigkeiten bei schlechten Lichtverhältnissen – dies kann zum Beispiel das Lesen oder Handarbeiten betreffen.
  • Probleme, sich an dunkle Lichtverhältnisse anzupassen, etwa im Kino oder bei Schummerlicht im Restaurant
  • Verschwommensehen
  • beeinträchtigtes Farbensehen, etwa die Intensität oder Helligkeit von Farben
  • Probleme, Gesichter zu erkennen
  • verschwommene oder schwarze Flecken im Gesichtsfeld

Feuchte AMD: Symptome

Bei der feuchten AMD setzen die Symptome akut und schlagartig ein und verschlechtern sich schnell:

  • Verzerrtsehen – gerade Linien erscheinen gekrümmt, gewellt oder schief und Gegenstände weiter weg als sie eigentlich sind
  • Störung des zentralen Sehens – z. B. Gegenstände, auf die man seinen Blick gezielt richtet, erscheinen unscharf oder verschwommen
  • Störungen der Farbwahrnehmung
  • verschwommener oder dunkler Fleck im Gesichtsfeld

Bei fortgeschrittener AMD können auch Trugwahrnehmungen einsetzen: Betroffene sehen dann geometrische Formen, Tiere oder Personen.

Diabetische Retinopathie: Symptome

Bei der diabetischen Retinopathie unterscheiden Ärzte zwei Formen – die nicht-proliferative und proliferative Retinopathie. Im ersten Fall wachsen keine neuen Blutgefässe und die Sehstörungen sind noch mild. Im zweiten Fall bilden sich neue Gefässe, die in den Glaskörper einwachsen können. Dann macht sich die Diabetische Retinopathie stärker bemerkbar.

Meist verläuft die Netzhauterkrankung schleichend und Betroffene büssen zunehmend ihr Sehvermögen ein. Die Beschwerden können jedoch auch akut einsetzen, wenn sich die Netzhaut ablöst.

Die wichtigsten Symptome bei einer Diabetischen Retinopathie sind:

  • abnehmende Sehschärfe – eine stärkere Sehhilfe bringt meist keine ausreichende Verbesserung
  • Verschwommensehen und Verzerrtsehen
  • Schwierigkeiten beim Lesen
  • Störungen des Farbsinnes

Bei einer Netzhautablösung:

  • Lichtblitze
  • „Russregen“ – Betroffene sehen schwarze Punkte
  • „dunkler Vorhang“ im Gesichtsfeld
  • Verlust des Sehvermögens und Erblindung

Retinitis pigmentosa: Symptome

Die wichtigsten Symptome bei einer Retinitis pigmentosa sind:

  • schlechtes Sehen in der Dämmerung, Nachtblindheit
  • erhöhte Blendungsempfindlichkeit
  • Peripherer Gesichtsfeldausfall (an den Seiten)
  • Störungen des Farbensehens
  • schlechte Wahrnehmung von Kontrasten
  • Schwierigkeiten, sich an veränderte Lichtverhältnisse anzupassen
  • Einengungen und Ausfälle des Gesichtsfeldes

Retinale Gefässverschlüsse: Symptome

Die Symptome bei einem retinalen Gefässverschluss hängen davon ab, ob die Venen (häufiger) oder Arterien (seltener) betroffen sind.

Ein Arterienverschluss lässt sich anhand folgender rasch einsetzender Symptome erkennen:

  • Zentralarterie: Plötzliche einseitige Erblindung ohne Schmerzen oder massive Beeinträchtigung des Sehvermögens und Wahrnehmung von Lichterscheinungen
  • Arterienast: Plötzliche Gesichtsfeldausfälle oder Sehverminderung im Bereich des Gefässverschlusses

Ein Venenverschluss verläuft meist langsamer und die Symptome setzen schleichend ein. Warnzeichen für einen Venenverschluss in der Netzhaut sind:

  • Verschlechterung des Sehvermögens, aber ohne Schmerzen
  • Venenast: Der Verschluss kann auch ohne jegliche Symptome verlaufen.

Netzhautablösung: Symptome

  • Frühsymptome: Lichtblitze, helles Flimmern (meist auf einer Seite, im Dunkeln deutlicher als im Hellen), dunkle Punkte („Russregen“), Spinngewebe
  • Bei Ablösung der Netzhaut: Wahrnehmung einer Mauer oder eines Schattens im Gesichtsfeld – je nach Ort, an dem sich die Netzhaut abgelöst hat
  • Wenn sich die Netzhaut an der Makula abgelöst hat:  unscharfes, verzerrtes und erschwertes Sehen

Bei Sehproblemen jeglicher Art sollten Sie immer zeitnah Ihre Augenärztin oder Ihren Augenarzt aufsuchen. So lässt sich eine Netzhauterkrankung rechtzeitig aufspüren und behandeln.

Netzhauterkrankungen: Diagnose bei uns

Die Diagnose einer Netzhauterkrankung beginnt immer mit dem Gespräch zu Ihrer Krankheitsgeschichte (Anamnese). Wir stellen Ihnen einige Fragen, zum Beispiel:

  • Welche Symptome verspüren Sie genau?
  • Wann haben Sie diese erstmals bemerkt?
  • Wie intensiv sind sie ausgeprägt?
  • Haben die Symptome akut eingesetzt oder sich allmählich verschlechtert?
  • Sind Grunderkrankungen bei Ihnen bekannt? z. B. Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Erkrankungen?
  • Wurde bei Ihnen schon eine Augenerkrankung diagnostiziert und behandelt? z. B. Kurzsichtigkeit, Netzhautablösung
  • Gibt es Augenerkrankungen in Ihrer Familie? Falls ja: Welche?

Danach folgen verschiedene Augenuntersuchungen, bei denen wir die Augen näher ansehen. Mehr Licht in den Zustand der Augen und ihrer Strukturen bringen die Ophthalmoskopie beziehungsweise Fundoskopie. Wir können Schäden an der Netzhaut und anderen Teilen des Auges diagnostizieren. Zum Einsatz kommt dabei ein Mikroskop mit einer starken Lichtquelle. So lässt sich der Augenhintergrund vergrössert darstellen und gut ausleuchten.

Auch eine Untersuchung des Gesichtsfeldes, ein Test auf Nachtblindheit und die Elektroretinografie (Test auf die Funktion der Fotorezeptoren durch Reizung) bringen zusätzliche Erkenntnisse.

Die weiteren Diagnosemethoden hängen davon ab, welche Ursache wir vermuten und ob und welche Grunderkrankung vorliegt. In der Regel ist eine Blutuntersuchung Standard. Meist kommen zusätzlich bildgebende Verfahren zum Einsatz, beispielsweise:

  • Ultraschalluntersuchung: Die Sonografie funktioniert mit Schallwellen.
  • Fluoreszenzangiografie: Die Blutgefässe werden mit einem Farbstoff sichtbar gemacht.
  • Optische Kohärenztomografie (OCT): Die Netzhaut lässt sich mit Hilfe von schwachem Laserlicht gut sichtbar machen.
  • Computertomografie (CT): Diese Methode arbeitet mit Röntgenstrahlen und erstellt detaillierte Schichtbilder.
  • Magnetresonanztomografie (MRT = Kernspintomografie): Radiologen setzen starke Magnetwellen ein und erhalten hochaufgelöste Schnittbilder des Auges.

Netzhauterkrankungen: Vorbeugen, Früherkennung, Prognose

Ärzte kennen verschiedenste Netzhauterkrankungen, die wiederum unterschiedliche Ursachen haben können. Daher gibt es keine allgemeinen Massnahmen zur Vorbeugung und Früherkennung von Netzhauterkrankungen in der Arztpraxis. Die altersbedingte Makuladegeneration hängt mit dem Alter zusammen, während die Retinitis pigmentosa erblich bedingt ist. Weder auf Ihr Alter noch auf Ihre Gene haben Sie einen Einfluss – daher können Sie diesen Netzhauterkrankungen auch nicht vorbeugen.

An der Diabetischen Retinopathie können Sie jedoch selbst ansetzen. Achten Sie  besonders auf langfristig gut eingestellte Blutzuckerwerte und lassen Sie Ihre Zuckerkrankheit ausreichend behandeln. Auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, bestehende Augenerkrankungen oder Fehlsichtigkeiten sollten sie von einem Arzt gut behandeln lassen. So können Sie  Schäden an der Netzhaut bis zu einem gewissen Mass vorbeugen – oder sie zumindest hinauszögern. Nehmen Sie auch regelmässige Augenuntersuchungen beim Augenarzt wahr: Sie sind wichtig zur Früherkennung einer Netzhauterkrankung.

Auch ein gesunder Lebensstil kann den Augen helfen. Dazu gehören zum Beispiel eine gesunde Ernährung, Nichtrauchen und ein massvoller Alkoholgenuss.

Und zuletzt gilt der allgemeine Ratschlag: Suchen Sie bei Sehproblemen jeglicher Art immer zeitnah Ihren Augenarzt auf!

Verlauf und Prognose bei Netzhauterkrankungen

Der Verlauf und die Prognose bei einer Netzhauterkrankung lassen sich nicht allgemein vorhersagen, sondern sind individuell verschieden. Ausschlaggebend ist immer,  welche Art der Netzhauterkrankung vorliegt.

Schäden an der Netzhaut lassen sich in der Regel nicht wieder rückgängig machen. Ärztinnen und Ärzte können jedoch das Fortschreiten der Netzhauterkrankung oft aufhalten und so das Sehvermögen länger erhalten. Auch die Symptome lassen sich meist lindern. Manchmal ist aber das Augenlicht nicht zu retten und es droht langfristig die Erblindung.

Netzhauterkrankungen: Behandlung je nach Ursache

Die Behandlung bei einer Netzhauterkrankung richtet sich immer nach der Art der Retinopathie, der Ursache und den Symptomen. Bei der Behandlung unterscheiden Ärztinnen und Ärzte zwischen der sogenannten „Medical Retina“ – der Behandlung ohne Operation – und der „Surgical Retina“ – einer Therapie mit Operation.

Für Patientinnen und Patienten

Sie können sich als Patientin oder Patient nicht direkt zu einer Konsultation anmelden. Bitte lassen Sie sich durch Ihren Hausarzt, Ihre Hausärztin, Ihren Spezialisten oder Ihre Spezialistin überweisen. Für Fragen nutzen Sie unser Kontaktformular.

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