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Schuppenflechte

Psoriasis

Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine Autoimmunerkrankung, die sich vor allem durch typische Hautveränderungen äussert. Die Erkrankung ist chronisch, das heisst, dass sie in mehr oder weniger stark ausgeprägten Schüben immer wieder auftreten kann. Mit der richtigen Therapie lässt sich die Schuppenflechte zwar gut kontrollieren, aber nicht heilen. Hier finden Sie alle wichtigen Informationen zu Symptomen, Ursachen und den verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten.

Überblick: Was ist Schuppenflechte

Die Schuppenflechte – auch Psoriasis genannt – gehört zu den häufigsten, entzündlichen Erkrankungen der Haut. Sie verläuft meist in Schüben. Typische Anzeichen sind gerötete, schuppige Flecken, die sich scharf von der gesunden Haut abgrenzen und oft stark jucken. Sie treten vor allem an bestimmten Stellen des Körpers wie Ellbogen, Knie oder dem behaarten Bereich des Kopfes auf. Manchmal können sich die Flecken auch ausbreiten oder ineinanderfliessen. Bei einigen Erkrankten sind auch Nägel, Lymphknoten oder Gelenke von der Psoriasis betroffen.

Ursache für eine Schuppenflechte ist eine Autoimmunreaktion der Haut. Was der genaue Auslöser für diese fehlgeleitete Immunantwort ist, konnten Wissenschaftler noch nicht vollständig klären. Neben einer erblichen Veranlagung spielen auch Infektionen, Stress, Geographie oder andere Faktoren für den Ausbruch einer Schuppenflechte eine Rolle. Die Krankheit ist nicht ansteckend.  Des Weiteren gibt es noch weitere Faktoren, die eine Psoriasis triggern können: Adipositas, Rauchen, Medikamente, Reizungen/Irritationen der Haut.

Schuppenflechte – Häufigkeit und Alter

In der Schweiz leiden etwa ein bis zwei Prozent der Bevölkerung an einer Schuppenflechte. In den meisten Fällen handelt es sich um eine sogenannte gewöhnliche Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris). Medizinische Fachleute unterscheiden dabei zwischen dem Frühtyp (Typ 1) und dem Spättyp (Typ 2). An der Schuppenflechte vom Typ 1 erkranken vor allem jüngere Menschen unter 40 Jahren. Typ 2 zeigt sich in der Regel erst nach dem 40. Lebensjahr.

Schuppenflechte: Ursachen und Risikofaktoren

Ursache für die typischen Hautreaktionen bei Schuppenflechte ist eine gestörte Immunantwort im Körper. Betroffen sind dabei vor allem die hornbildenden Hautzellen, die sogenannten Keratinozyten. Sie werden in den unteren Hautschichten laufend neu gebildet, wandern von dort in die Oberhaut und werden dann abgestossen. Dieser ganze Prozess dauert in der Regel bis zu einem Monat. Bei Schuppenflechte kommt es durch die fehlgeleitete Immunantwort zu einer Entzündungsreaktion und die Keratinozyten vermehren sich viel schneller als normal. Das führt zu einer übermässigen Bildung an Hautzellen. Die betroffenen Stellen werden dick und schuppen sich.

Bei der Entstehung von Schuppenflechte spielt die erbliche Veranlagung eine grosse Rolle. Kinder, deren Eltern an der Hautkrankheit leiden, erkranken sehr viel häufiger als Kinder von gesunden Eltern. Aber nicht jeder, der eine familiäre Vorbelastung hat, bekommt automatisch Schuppenflechte. Meist sind weitere Faktoren nötig, die zu einem Krankheitsausbruch beitragen oder einen Schub fördern können. Dazu zählen zum Beispiel

  • psychischer Stress (zum Beispiel durch den Tod eines nahestehenden Menschen, Scheidung, Arbeitslosigkeit oder ähnliches),
  • Medikamente (wie etwa nichtsteroidale Antirheumatika, Betablocker, Malariamittel, Glukokortikoide, Antibiotika etc.),
  • Nikotin und Alkohol,
  • Infektionen (vor allem mit Streptokokken) sowie
  • Reizungen/Irritationen der Haut (zum Beispiel durch Sonnenbrand, Verletzungen etc.).

Symptome: Wie Sie eine Schuppenflechte erkennen können

Es gibt einige Anzeichen, die auf eine Schuppenflechte hindeuten. Die meisten beziehen sich auf die Haut. Allerdings gibt es seltener auch Veränderungen an den Nägeln und den Gelenken.

Typische Hautveränderungen bei Schuppenflechte

Die meisten Betroffenen (80 bis 90 Prozent) leiden an der sogenannten Psoriasis vulgaris oder Plaque-Psoriasis. Typische Anzeichen dafür sind meist scharf begrenzte, gerötete und leicht erhabene Flecken, sogenannte Plaques. Sie sind in der Regel von silbrig-weissen Schuppen bedeckt. Reibt man die Schuppen und das darunterliegende, sogenannte letzte Häutchen ab, entsteht eine punktförmige Blutung. Die Plaques können verschieden gross sein und zum Teil stark jucken. Sie zeigen sich vor allem an stark beanspruchten Bereichen der Haut (wie Ellbogen, Knie, Kreuzbein, behaarter Kopf).

Die für Schuppenflechte typischen Hautveränderungen können aber auch an anderen Stellen des Körpers auftreten, wie etwa in den Gesässfalten, in der Achselhöhle oder an Händen und Füssen. Manchmal breiten sich die Plaques auch auf dem gesamten Körper aus. In diesem Fall handelt es sich um eine sogenannte psoriatische Erythrodermie.

Sehr selten können sich auf den geröteten Hautstellen mit Eiter gefüllte Bläschen bilden. In schweren Fällen ist der ganze Körper davon betroffen. Die sogenannte Psoriasis pustulosa entwickelt sich vor allem nach einer Infektion mit Bakterien.

Nagelveränderungen bei Schuppenflechte

Die Schuppenflechte kann auch Veränderungen an den Nägeln hervorrufen (Nagel-Psoriasis). Typisch sind zum Beispiel Dellen, die in etwa so gross wie ein Stecknadelkopf sind (sog. Tüpfelnägel). Aber auch gelbliche Verfärbungen oder feine, bräunliche Längsstreifen sind möglich. Zudem kann sich der Nagel ablösen oder in Krümeln abbröckeln (Krümelnagel).

Gelenkbeschwerden bei Schuppenflechte

Bei etwa 20 Prozent der Erkrankten äussert sich die Schuppenflechte auch in den Gelenken. Medizinisches Fachpersonal spricht dann von einer Psoriasis-Arthritis. In den meisten Fällen entzünden sich dabei die Finger- oder Zehengelenke, schwellen an, werden steif und schmerzen (peripherer Typ). Manchmal sind auch die Gelenke zwischen Kreuz- und Darmbein (Iliosakralgelenke) oder die Wirbelsäule betroffen (axialer Typ). Die zugrundeliegende Entzündung kann dazu führen, dass die beteiligten Gelenke dauerhaft geschädigt werden.

Schuppenflechte: Diagnose beim Arzt

Die typischen Hautbeschwerden sind für uns meist schon ein deutlicher Hinweis darauf, dass Sie an Schuppenflechte leiden. Um den Verdacht zu bestätigen, können wir an einer der betroffenen Hautstellen die Schuppen vorsichtig abtragen. Das darunterliegende, dünne und glänzende Häutchen lässt sich ebenfalls leicht entfernen. Dadurch entstehen in der Regel kleine, punktförmige Blutungen, in der Fachsprache Auspitz-Phänomen genannt.

Neben der Haut werden wir auch Ihre Nägel auf charakteristische Merkmale wie Verfärbungen oder Brüchigkeit untersuchen. Um andere Erkrankungen wie Nagelpilz auszuschliessen, können wir eine Probe des Nagels nehmen und diese genauer untersuchen. Darüber hinaus werden Ihnen im Laufe der Untersuchung verschiedene Fragen gestellt. Zum Beispiel:

  • Wie lange bestehen die Beschwerden schon?
  • Gibt es in Ihrer Familie bereits Fälle von Schuppenflechte?
  • Haben Sie zusätzliche Beschwerden wie etwa Gelenkprobleme?
Arzt untersucht Patient mit Schuppenflechte

Schuppenflechte: Vorbeugen, Früherkennung, Prognose

Was die Schuppenflechte konkret auslöst, ist noch immer nicht vollständig geklärt. Neben einer erblichen Veranlagung können dabei auch verschiedene andere Risikofaktoren eine Rolle spielen. Es gibt daher keine Massnahmen, mit denen Sie einer Schuppenflechte direkt vorbeugen können. Sollte es in Ihrer Familie aber bereits Fälle von Schuppenflechte geben, können Sie versuchen, Risikofaktoren wie Stress, Alkohol oder Nikotin zu vermeiden. Da es keine Methoden zur Früherkennung der Schuppenflechte gibt, sollten Sie zudem eventuell auftretende Hautprobleme möglichst schnell abklären lassen – vor allem, wenn einer Ihrer Familienangehörigen bereits an Schuppenflechte leidet.

Verlauf und Prognose der Schuppenflechte

Die Schuppenflechte ist eine chronische Erkrankung und verläuft in der Regel in Schüben. Das heisst: Phasen, in denen die Beschwerden stärker sind, wechseln sich mit Phasen ab, in denen die Symptome weniger stark oder mitunter gar nicht auftreten. Typisch ist auch, dass sich die Krankheit bei jeder betroffenen Person anders entwickelt. Der Krankheitsverlauf lässt sich also nur schwer vorhersagen. Das macht vielen Erkrankten zu schaffen. Zudem schämen sich viele Betroffene, ihre Hautveränderungen zu zeigen. Manche ziehen sich daher zurück und vermeiden den Kontakt zu anderen Menschen. Daher kann es bei Schuppenflechte auch zu psychischen Problemen wie Depressionen kommen. Darüber hinaus sind Menschen mit Schuppenflechte häufig stark übergewichtig und leiden zusätzlich an Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes.

Schuppenflechte – das können Sie selbst tun

Auch wenn Schuppenflechte nach heutigem Stand nicht heilbar ist, können Sie die Krankheit mit der richtigen Therapie in der Regel gut in den Griff bekommen. Das gilt vor allem, wenn die Gelenke von der Entzündung betroffen sind. Je früher die Behandlung erfolgt, desto besser schützen Sie Ihre Gelenke vor einer möglichen dauerhaften Schädigung.

Darüber hinaus können Sie selbst mit verschiedenen Massnahmen dafür sorgen, dem Ausbruch von Krankheitsschüben etwas vorzubeugen oder ihn hinauszuzögern:

  • Finden Sie heraus, was bei Ihnen die Krankheitssymptome verstärkt. Dabei kann ein Tagebuch helfen.
  • Achten Sie auf eine gute Hautpflege.
  • Sorgen Sie für eine gesunde Lebensweise. Das heisst: wenig Alkohol, keine Zigaretten, ausreichend Bewegung und gesunde Ernährung.
  • Wenn Sie übergewichtig sind, versuchen Sie, die überflüssigen Pfunde zu reduzieren. Das kann mögliche Begleiterkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck in Schach halten.
  • Stress kann das Auftreten von Schüben fördern. Sorgen Sie daher für ausreichend Entspannung!
  • Scheuen Sie nicht davor zurück, sich psychische Unterstützung zu suchen. Damit können Sie nicht nur Ihre Lebensqualität steigern, sondern auch den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.

Schuppenflechte: Behandlung in mehreren Schritten

Für die Therapie der Schuppenflechte stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Wir werden je nach Schwere Ihrer Erkrankung entscheiden, welche Massnahmen sinnvoll sind. Auch wenn die Krankheit bislang nicht heilbar ist, lässt sie sich mit der richtigen Behandlung in den meisten Fällen gut kontrollieren.

Verantwortliche Fachbereiche

Dermatologische Klinik

Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie