Überblick: Was sind Herzrhythmusstörungen?
Es gibt mehrere Formen von Herzrhythmusstörungen:
- Tachykarde Herzrhythmusstörungen: Das Herz schlägt schneller als 100 Mal pro Minute. Zu den sogenannten tachykarden Herzrhythmusstörungen zählen beispielsweise Vorhofflimmern, Vorhofflattern, supraventrikuläre Tachykardien oder Kammertachykardien.
- Bradykarde Herzrhythmusstörungen: Das Herz schlägt weniger als 60 Mal pro Minute.
- Diese bradykarde Herzrhythmusstörung, bei der das Herz zu langsam schlägt, kann zum Beispiel auftreten, wenn das Herz nicht richtig durchblutet wird oder beim Alterungsprozess wobei das normale Reizbildungs- oder Reizleitungssystem mit funktionslosem Bindegewebe durchzogen ist.
- Unregelmässiger Herzschlag / Aussetzer: Wenn das Herz aus dem Takt kommt und manchmal oder ständig absolut arrhythmisch schlägt, leidet die betroffene Person oft unter einem sogenannten Vorhofflimmern. Eine andere häufige Form des unregelmässigen Herzschlags sind Extrasystolen – zusätzliche Herzschläge, die ausserhalb des regulären Rhythmus auftreten. Diese Extraschläge sind oft – jedoch nicht immer – harmlos, können sehr störend sein und werden als Herzstolpern oder als unregelmässiger Puls wahrgenommen. Bei sehr häufigem Auftreten kann dadurch auch eine Herzschwäche auftreten.
- Asystolie: Pausen vom natürlichen Taktgeber des Herzens, dem Sinusknoten, die länger als drei Sekunden andauern. Bei längerer Dauer als 10 Sekunden, verliert der Patient das Bewusstsein.

Wir finden anhand der Untersuchung heraus, welche Art der Herzrhythmusstörung vorliegt.
Was tun bei Herzrhythmusstörungen?
Die Walk-in Klinik der Rhythmologie am USZ ermöglicht einen unkomplizierten und direkten Zugang zur rhythmologischen Diagnostik und Therapie, ohne erforderliche Voranmeldung.
So entstehen Herzrhythmusstörungen
Der sogenannte Sinusknoten gilt als natürlicher Herzschrittmacher. Er setzt die elektrischen Erregungen in Gang, die das Herz schlagen lassen. Vom Sinusknoten breiten sich die Impulse über die Vorhöfe und danach über die Kammern, d.h. über das ganze Herz aus. Schädigungen am Sinusknoten haben weitreichende Folgen, da sie die regelmässigen Schläge des Herzens aus dem Takt bringen können.
Genauso kann eine Störung im sogenannten Reizleitungssystem zu Herzrhythmusstörungen führen. Dieses System, insbesondere der AV Knoten ist für die Weiterleitung der Impulse vom Sinusknoten zur Herzkammer zuständig.
Herzrhythmusstörungen: Ursachen und Risikofaktoren
Das Herz übernimmt eine sehr wichtige Aufgabe: Es stellt die Sauerstoffversorgung aller Organe und Zellen sicher, indem es mehrere tausend Liter Blut pro Tag durch den Kreislauf pumpt. Normalerweise schlägt es etwa 60 bis 100 Mal pro Minute, das ist 100’000 Mal am Tag. Wenn die betroffene Person gerade einer körperlichen oder psychischen Belastung ausgesetzt ist, können es auch mehr Schläge sein. Das menschliche Herz schlägt circa drei Milliarden Mal in einem langen Leben.
Allerdings gibt es Abweichungen: Bei Ausdauersportlern und Ausdauersportlerinnen, die regelmässig trainieren, ist der Puls im Ruhezustand generell niedriger. Ihr Herz ist so kräftig, dass weniger Schläge ausreichen, um ausreichend Blut durch den Körper zu pumpen. Hier liegen auch bei deutlich weniger als 60 Schlägen normalerweise keine krankhaften Veränderungen vor.
Herzleiden und andere Erkrankungen
Häufig liegt ausgeprägten Herzrhythmusstörungen eine Erkrankung zugrunde. Mögliche zugrundeliegende Herzerkrankungen:
Es gibt viele weitere Krankheiten, die vermeintlich zunächst nichts mit dem Herzen zu tun haben, es aber doch beeinträchtigen können. Dazu zählen:
Lebensstil und Medikamente
Auch der Lebensstil kann sich auf den Herzschlag auswirken. Wer zu viel Kaffee oder Alkohol trinkt, oder im Dauerstress ist, kann Herzrhythmusstörungen entwickeln. Manche organischen Grunderkrankungen verstärken durch den zusätzlichen Stress möglicherweise Herzprobleme. Auch Medikamente, die Sie wegen einer anderen Erkrankung einnehmen, führen möglicherweise als Nebenwirkung zu Herzrhythmusstörungen. Deshalb werden wir Sie bei der Diagnostik fragen, ob Sie momentan Arzneimittel einnehmen. Darüber hinaus können durch Drogenkonsum ebenfalls bedrohliche Herzrhythmusstörungen auftreten.
Symptome bei Herzrhythmusstörungen
Herzrhythmusstörungen haben viele Gesichter. Manche betroffenen Personen bemerken sie kaum und machen sich daher keine Sorgen. Das gilt ist vor allem dann, wenn das Herz nur hin und wieder langsamer oder schneller als üblich schlägt und die Veränderungen minimal sind. Ein Herzschlag, der sehr unregelmässig ist, kann dagegen schon als bedrohlich empfunden werden.
Typische Zeichen einer Herzrhythmusstörung sind:
- Herzrasen
- Herzstolpern
- Schwindel
- Ohnmachtsgefühle
Neben den unregelmässigen Herzschlägen können weitere Beschwerden auftreten. Welche Symptome im Einzelfall entstehen, hängt von der Art der Herzrhythmusstörung ab.
Bradykarde Herzrhythmusstörung – langsame Herzrhythmusstörung
Schlägt das Herz zu langsam, wird der Körper nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff versorgt. Dieser Mangel kann sich durch unterschiedliche Symptome bemerkbar machen. Zum Beispiel durch
- Leistungsabfall und Schwäche
- Schwindel: Betroffene Personen nehmen Scheinbewegungen wahr und müssen sich teilweise setzen, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren. Fehlt dieses Hauptmerkmal und wird den Erkrankten stattdessen schwarz vor Augen, so dass sie das Gefühl haben, gleich zu stürzen und ohnmächtig zu werden, spricht man von einer Präsynkope.
- Kreislaufkollaps: Die betroffene Person wird bewusstlos und fällt in Ohnmacht. In diesem Fall sollte der Rettungsdienst gerufen werden. Dieser bemüht sich darum, dass keine bleibenden Schäden entstehen. Kurz vor einem Ohnmachtsanfall können Vorzeichen wie Schwindel, Tunnelblick, Kribbeln, Hitze, verschwommenes Sehen und Herzstolpern auftreten.
- Kreislaufstillstand: Wenn der Patient oder die Patientin das Bewusstsein verliert und keinen Puls mehr hat bzw. nicht mehr atmet, sollte der Rettungsdienst gerufen und sofort mit Wiederbelebungsmassnahmen begonnen werden.
Tachykarde Herzrhythmusstörungen – schnelle Herzrhythmusstörung
Schlägt das Herz zu schnell, führt das zu ähnlichen Symptomen wie bei einem zu langsamen Herzschlag. Man fühlt sich möglicherweise ebenfalls schwach und schwindlig und es kann auch zu Bewusstlosigkeit kommen. Zusätzlich verspüren manche Betroffene auch eine verstärkte Nervosität. Das Herz klopft stark oder rast sogar.
Wer häufiger Symptome dieser Art hat, sollte uns aufsuchen. Auch wenn die Beschwerden länger anhalten, müssen wir klären, welche Ursachen hinter den Herzrhythmusstörungen stecken. Manchmal sind sie harmlos, aber sie können auch Anzeichen behandlungsbedürftiger Krankheiten sein.
Extrasystolen
Extrasystolen sind zusätzliche Herzschläge, die direkt in den Herzkammern entstehen. Bei sog. ventrikulären Extrasystolen handelt es sich dabei um zusätzliche Herzschläge aus der rechten oder linken Hauptkammer (Ventrikel). Sie werden häufig als „Herzstolpern“ oder „Aussetzer“ wahrgenommen und sind bei Herzgesunden meist harmlos. Mögliche Auslöser sind Stress, Koffein, Alkohol oder Schlafmangel. Treten sie gehäuft auf oder bestehen bereits Herzerkrankungen, ist eine Abklärung mittels EKG, Ultraschall und ggf. weiteren Untersuchungen wichtig. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache – auch hier kann die Ablation erfolgreich eingesetzt werden und zu einer Heilung führen. Alternativ können Medikamente oder Lebensstilmodifikationen erforderlich sein.
Diagnose Herzrhythmusstörung
Zunächst werden wir Sie nach Symptomen und Vorerkrankungen fragen (Anamnese). Danach werden wir Sie untersuchen, um zu überprüfen, ob Sie eine Herzrhythmusstörung haben. Dabei geht es auch darum, die Ursache und mögliche Folgen zu erkennen. Folgende Untersuchungsmethoden können wir einsetzen:
- Körperliche Untersuchung: Wir messen Ihren Puls und hören Ihr Herz ab, um eventuelle Unregelmässigkeiten zu erkennen.
- EKG: Das Elektrokardiogramm liefert genaue Daten über Ihre Herzfunktion. Daher ist es die wichtigste Untersuchung bei einem Verdacht auf Herzrhythmusstörungen. Häufig ordnen wir ein Langzeit-EKG an, um Daten während des Tagesverlaufs zu erhalten. Dafür tragen Sie ein bis mehrere Tage ein kleines Gerät bei sich, das die Herzstromkurve misst und eine bildliche Darstellung ermöglicht.
- Belastungs-EKG = Ergometrie: Während eines stufenweisen Belastungsprotokolls auf dem Velo oder Laufband wird ein EKG abgeleitet und der Blutdruck gemessen.
- Echokardiographie: Anhand eines Herzultraschalls können wir die Struktur und die Funktion des Herzens überprüfen. Es handelt sich dabei um eine Routine-Untersuchung, die weder schmerzhaft noch gefährlich ist.
- Elektrophysiologische Untersuchung am Herzen (EPS): Wir messen die elektrischen Impulse anhand eines Katheters direkt im Herzen.
- Blutuntersuchungen
Erstkonsultation & Zweitmeinung Herzrhythmusstörungen
Herzrhythmusstörungen: Vorbeugen, Früherkennung, Prognose
Mit einem gesunden Lebensstil verringern Sie die Wahrscheinlichkeit, eine Herzrhythmusstörung zu entwickeln. Gleichzeitig können Sie so das Risiko für viele weitere Erkrankungen senken und auch Ihren allgemeinen Gesundheitszustand verbessern.
So beugen Sie Herzrhythmusstörungen vor
Das können Sie selbst für Ihre Herzgesundheit tun:
- Gesunde Ernährung: Nehmen Sie jeden Tag fünf Hände voll Obst und Gemüse zu sich. Achten Sie auch darauf, genug zu trinken. Süssigkeiten, fette Speisen und Fleisch sollten nur mässig auf den Tisch.
- Sport: Bewegen Sie sich regelmässig. Gehen Sie spazieren und halten Sie sich mit einer Sportart fit. Ihnen fällt es schwer, ein regelmässiges Training aufrecht zu erhalten? Probieren Sie verschiedene Sportarten aus, damit Sie eine finden, die Ihnen Freude macht. Mindestens eine halbe Stunde pro Tag sollten Sie dem Sport widmen.
- Vermeiden Sie Dauerstress: Ständiger Stress wirkt sich negativ auf die Gesundheit aus. Achten Sie auf einen regelmässigen Ausgleich. Probieren Sie Methoden aus, die Ihnen helfen zu entspannen, wie Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung oder Meditation. Und sorgen Sie dafür, dass Sie genug Zeit für Ihre Familie und Ihre Hobbys haben.
Verlauf und Prognose (Herzrhythmusstörungen)
Herzrhythmusstörungen können je nach Art und Ursache unterschiedlich verlaufen. In vielen Fällen sind sie harmlos und beeinträchtigen die Pumpleistung des Herzens nicht. Sie verursachen oft keine oder nur milde Symptome, wie etwa ein gelegentliches Herzstolpern, und stellen daher meist kein direktes Risiko für die Gesundheit dar.
Allerdings gibt es auch schwerwiegendere Formen von Herzrhythmusstörungen, die das Herz daran hindern, ausreichend Blut durch den Körper zu pumpen. Diese können zu Schwindel, Ohnmacht, Atemnot oder in extremen Fällen zu lebensbedrohlichen Komplikationen wie Herzinsuffizienz oder plötzlichem Herztod führen. Besonders Arrhythmien, die in den Herzkammern (Ventrikeln) entstehen, sind häufig schwerwiegender als solche, die in den Vorhöfen auftreten.
Die Prognose hängt massgeblich von der zugrundeliegenden Ursache und dem allgemeinen Gesundheitszustand der betroffenen Person ab. Bei rechtzeitiger Diagnose und geeigneter Behandlung lassen sich viele Herzrhythmusstörungen gut kontrollieren oder sogar beheben. Wichtig ist eine individuelle, auf die Ursache abgestimmte Therapie, um Komplikationen vorzubeugen und die Lebensqualität zu verbessern. wie Herzschrittmacher oder Defibrillatoren notwendig sein, um das Risiko schwerwiegender Ereignisse zu minimieren.
Behandlung bei Herzrhythmusstörungen
Auch Menschen mit einem gesunden Herzen nehmen immer wieder wahr, dass ihr Herz ungewöhnlich schlägt. Das ist nicht weiter beunruhigend und bedarf keiner Behandlung.
Eine Therapie ist sinnvoll, wenn der Herzrhythmusstörung bestimmte Krankheiten zugrunde liegen. Liegt beispielsweise eine fortgeschrittene Herzinsuffizienz den Symptomen zugrunde, besteht die Gefahr eines plötzlichen Herztods. In diesem Fall ist eine sofortige Behandlung erforderlich. Dasselbe gilt, wenn die Symptome der Herzrhythmusstörung so stark sind, dass sie Ihren Alltag beeinflussen und immer wieder Schwindelattacken auftreten oder das Herz gefühlt bis zum Hals schlägt.
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache, der Art und dem Schweregrad der Herzrhythmusstörung. In vielen Fällen sind die Rhythmusstörungen harmlos und erfordern keine Therapie. Wenn jedoch zugrunde liegende Herzerkrankungen, deutliche Beschwerden oder ein erhöhtes Risiko für gravierende Probleme bestehen, ist eine gezielte Behandlung notwendig. Zu den wichtigsten Therapieansätzen zählen Medikamente, die den Herzrhythmus regulieren oder das Risiko von Blutgerinnseln senken, sowie interventionelle Verfahren wie die Katheterablation, bei der störende Erregungsherde im Herzen verödet werden. In bestimmten Fällen kann auch die Implantation eines Herzschrittmachers oder Defibrillators erforderlich sein, um den Herzrhythmus dauerhaft zu stabilisieren und zu schützen.
Details zu den Behandlungen
FAQ zum Thema Herzrhythmusstörungen
Manche Rhythmusstörungen bei Patienten ohne grundliegende Herzerkrankungen können in akuten Fällen mittels Atemtechniken, wie die Vagus-Stimulation (z.B. tiefes Atmen und leichtes Pressen, Bauchdruck erhöhen) beendet werden. In schweren Fällen bei Patienten mit schwerwiegenden, strukturellen Herzerkrankungen ist eine medizinische Notfallbehandlung, wie durch Medikamente oder eine elektrische Kardioversion, notwendig.
Bei einem unregelmässigen Puls sollte man sich ruhig hinsetzen und entspannen. Wenn der unregelmässige Puls länger anhält oder mit Symptomen wie Schwindel, Atemnot oder Brustschmerzen einhergeht, sollte umgehend ärztlicher Rat eingeholt werden.
Herzrhythmusstörungen können sich durch Herzstolpern, Herzrasen, unregelmässigen Puls, Schwindel, Ohnmachtsanfälle, Atemnot oder Brustschmerzen bemerkbar machen.
Starke körperliche Anstrengung und übermässiger Stress sollten vermieden werden, insbesondere ohne ärztliche Abklärung. Auch der Konsum von Koffein und Alkohol kann Herzrhythmusstörungen verschlimmern.
Stress, Schlafmangel, Alkohol, Koffein sowie bestimmte Medikamente oder Drogen können Herzrhythmusstörungen verschlimmern. Auch unbehandelte Grunderkrankungen wie Bluthochdruck oder Schilddrüsenprobleme können die Situation verschlechtern.
Die Behandlung hängt von der Ursache ab. Lebensstiländerungen, wie Stressmanagement, eine gesunde Ernährung und das Vermeiden von auslösenden Faktoren, helfen manchmal. In schwereren Fällen können Medikamente, Katheterablation oder implantierbare Geräte wie Herzschrittmacher notwendig sein.