Wie erkenne ich einen Schlaganfall und was muss ich tun?
FAST
F – A – S – T steht für Face (Gesicht), Arms (Arme), Speech (Sprache) und Time (Zeit).
- Face: Bitten Sie die Person zu lächeln.
Ist das Gesicht einseitig verzogen?
- Arms: Bitten Sie die Person, die Arme nach vorne zu strecken und dabei die Handflächen nach oben zu drehen.
Können die Arme gehoben werden? Sinken sie ab oder drehen sich die Handflächen nach innen?
- Speech: Lassen Sie die Person einen einfachen Satz nachsprechen.
Ist sie dazu nicht in der Lage oder klingt die Stimme verwaschen?
- Time: Wählen Sie unverzüglich die 144 und schildern Sie Symptome und Symptombeginn.

Es gibt zwei verschiedene Arten von Schlaganfall: Den ischämischen, also eine Minderdurchblutung des Gehirns, sowie den hämorrhagischen, eine Hirnblutung. Beide Formen können im gesamten Körper zu Beeinträchtigungen führen, die davon abhängen, in welchem Areal des Gehirns der Schlaganfall aufgetreten ist. Denn jede Gehirnregion kontrolliert unterschiedliche Körperfunktionen.
Was ist ein Schlaganfall?
Ein Schlaganfall kündigt sich für Betroffene häufig nicht an, sondern tritt abrupt auf – wie ein plötzlicher Schlag. Deshalb wird diese dramatische Funktionsstörung im Gehirn auch als Schlaganfall bezeichnet. Bei rund 85 Prozent entsteht er, weil ein Blutgefäss im Gehirn verschlossen ist; dies wird als ischämischer Schlaganfall bezeichnet. Wird die Blutzufuhr zu einem bestimmten Bereich unterbrochen, führt dies zu einer Minderversorgung dieses Areals. Infolgedessen kommt es zu Funktionseinschränkungen der betroffenen Körperregionen, die sich als neurologische Ausfälle wie Lähmungen, Sprachstörungen, Schwindel oder Sehstörungen äussern können. Wird dann nicht innerhalb von wenigen Stunden das Blutgefäss wieder durchgängig gemacht, bleiben diese Störungen bestehen. In etwa 15 Prozent handelt es sich jedoch um eine Blutung im Gehirn: Ein Gefäss ist geplatzt, was in diesem Bereich den Druck erhöht; diese Form nennt man hämorrhagischen Schlaganfall.
Meist sind ältere Menschen von einem Schlaganfall betroffen, rund vier Fünftel von ihnen sind über 60 Jahre alt. Doch auch jüngere, selbst Kinder, können einen Schlaganfall bekommen.
Schlaganfall: Ursachen und Risikofaktoren
Beide Formen des Schlaganfalls, der häufigere ischämische sowie der hämorrhagische Schlaganfall, haben unterschiedliche Ursachen.
Ischämischer Schlaganfall
Beim ischämischen Schlaganfall ist ein Blutgefäss im Gehirn verstopft. Dadurch wird das dahinterliegende Gewebe von der Blutversorgung mehr oder weniger abgeschnitten, Sauerstoff und Zucker stehen nicht mehr ausreichend zur Verfügung. Hält dieser Zustand länger an, stirbt das unterversorgte Gebiet ab. Dabei kommen neben verschiedenen seltenen Ursachen vor allem zwei häufige Mechanismen für die Gefässverstopfung in Frage:
- Oft liegt schon seit Jahren eine „Gefässverkalkung“ Arteriosklerose vor. An einer Engstelle des Gefässes kann sich ein Blutgerinnsel (Thrombus) bilden und die Blutbahn verschliessen (lokal thrombotischer Verschluss) oder das Blutgrinnsel kann sich loslösen (Embolus) und dann ein kleineres Gefäss weiter distal (=in Richtung Blutfluss) verschliessen (arterio-arterielle Embolie).
- Es bildet sich im Herzen ein Gerinnsel, das dann über die Blutbahn ins Gehirn gelangt und dort ein Gefäss verschliesst (Kardioembolie). Dies kann auftreten bei Herzrhythmusstörung wie dem Vorhofflimmern.
Hämorrhagischer Schlaganfall
Die häufigste Ursache eines hämorrhagischen Schlaganfalls ist Bluthochdruck. Die Blutgefässe werden durch den zu hohen Druck des Blutes auf Dauer überlastet und können einreissen. Geschieht das im Gehirn, kommt es zur Hirnblutung. Die austretende Blutmenge übt mechanischen Druck auf die Umgebung aus. Dabei gehen die umliegenden Nervenzellen kaputt. Neben dem Bluthochdruck gibt es seltene Ursachen für eine Hirnblutung, wie z.B. Gefässmissbildungen im Gehirn.
Risikofaktoren für einen Schlaganfall
Es gibt unterschiedliche Faktoren, die das Risiko für einen Schlaganfall erheblich erhöhen. Zwei davon können Sie nicht beeinflussen. Das sind:
- Das Alter: Die meisten Betroffenen sind über 60 Jahre alt.
- Familiäre Veranlagung: Wenn bei einem oder sogar mehreren Ihrer Verwandten bereits ein Schlaganfall eintrat, kann auch Ihr eigenes Risiko erhöht sein.
Doch es sind viermal so viele weitere Risikofaktoren bekannt, bei denen Sie es mit medizinischer Unterstützung selbst in der Hand haben, die Gefahr eines Schlaganfalls zu senken:
- Rauchen: Tabakkonsum zählt zu den wichtigsten vermeidbaren Risikofaktoren.
- Bluthochdruck (Hypertonie): Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck schädigt die Gefässe und begünstigt Schlaganfälle.
- Diabetes mellitus: Ein schlecht eingestellter Blutzuckerspiegel kann die Blutgefässe schädigen und das Risiko erhöhen.
- Erhöhte Blutfettwerte (z. B. LDL-Cholesterin): Begünstigen die Arterienverkalkung (Atherosklerose).
- Übergewicht, insbesondere Bauchfett: Starkes Übergewicht steht in Zusammenhang mit weiteren Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Diabetes.
- Bewegungsmangel: Eine inaktive Lebensweise erhöht das Risiko auf mehreren Ebenen.
- Übermässiger Alkoholkonsum: Regelmässiger hoher Alkoholkonsum schädigt Gefässe und Organe.
- Chronischer Stress: Anhaltender psychosozialer Stress kann sich negativ auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen auswirken.
Symptome bei Schlaganfall
Es gibt eine Reihe von Anzeichen, die auf einen Hirnschlag hinweisen können. Sie sind so unterschiedlich, weil sie davon abhängen, welcher Hirnbereich vom Schlaganfall betroffen ist und welche Körperfunktionen durch die dadurch ausgelöste Mangelversorgung beeinträchtigt werden. Meist handelt es sich um neurologische Ausfälle.
Die häufigsten Symptome sind:
- Schwächegefühl (Parese), oder die Muskelkraft ist total verschwunden (Plegie). Typischerweise treten diese Symptome nur in einer Körperhälfte auf, denn der Schlaganfall betrifft meistens nur eine Gehirnhälfte. Die gegenüberliegende Körperseite ist dann etwa durch das Schwächegefühl betroffen. Beispiel: Der Schlaganfall betrifft die rechte Gehirnhälfte, eine Parese oder Plegie treten im linken Arm und Bein auf.
- Gefühlsstörungen wie Taubheitsgefühl, etwa auf der einen Hälfte des Gesichts und einen Arm betreffend
Verwaschene Sprache, undeutliche Sprache sowie Schwierigkeiten bei der Verständigung zeigen die Bandbreite von Sprech- und Sprachstörungen.
- Schwindel und Gangunsicherheit: Dies kann sich als plötzliches Dreh- oder Schwankgefühl äussern, begleitet von Schwierigkeiten, das Gleichgewicht zu halten, was zu einem unsicheren, torkelnden Gang oder sogar zu Stürzen führen kann.
- Schluckstörungen (Dysphagie): Betroffene können Schwierigkeiten haben, Speichel, Flüssigkeiten oder Nahrung zu schlucken. Dies kann sich durch häufiges Verschlucken, Hustenreiz oder Würgen während oder nach dem Essen und Trinken bemerkbar machen, oder durch das Gefühl, dass etwas im Hals stecken bleibt.
- Sehstörungen: Diese können vielfältig sein, beispielsweise das plötzliche Sehen von Doppelbildern, verschwommenes Sehen, eine vorübergehende Erblindung auf einem Auge oder ein eingeschränktes Gesichtsfeld (als ob ein Teil des Sehbereichs abgedeckt wäre
- Verwirrtheit: Plötzliche Desorientierung. Betroffene wirken unruhig und unkonzentriert, können Situationen nicht mehr richtig einschätzen oder einfache Fragen nicht mehr adäquat beantworten.
- Benommenheit bis hin zu Bewusstlosigkeit: Dies kann von einer starken Schläfrigkeit und Teilnahmslosigkeit bis hin zu einem Zustand reichen, in dem die Person nicht mehr auf äussere Reize reagiert. Eine tiefe Bewusstlosigkeit ist bei Schlaganfällen eher seltener, aber ein sehr ernstes Zeichen.
- Sehr starke, plötzlich einsetzende Kopfschmerzen und Erbrechen
Meistens treten die Symptome plötzlich auf. Eine Ausnahme bildet der sogenannte Wake-up-Stroke: Hierbei erwachen Betroffene morgens bereits mit Symptomen. Sie konnten daher nicht bemerken, wann genau diese eingesetzt haben, da dies während des Schlafs geschah.
Doch egal, ob Sie diese Symptome von einer Minute auf die andere bemerken oder erst morgens, ob sie dramatisch oder milder sind: Sie sollten auf jeden Fall sofort den Rettungsdienst (144) anrufen oder anrufen lassen. Denn bei der Behandlung eines Schlaganfalls zählt jede Minute. Ein Hirnschlag kann lebensbedrohlich sein. Und je mehr Zeit bis zum Beginn der Therapie ungenutzt verstreicht, umso grösser ist das Risiko für bleibende Schäden.
Schlaganfall: Diagnose bei uns
Bei neurologischen Ausfällen bringt der Rettungsdient die Betroffenen meist sofort in ein spezialisiertes Zentrum (Stroke Unit, Stroke Center). Das USZ als Schlaganfallzentrum bietet alle Möglichkeiten einer modernen Schlaganfallversorgung zu jeder Tages- und Nachtzeit an. Dabei arbeiten Spezialistinnen und Spezialisten aus der Neurologie, der Neuroradiologie und der Neurochirurgie interdisziplinär eng zusammen. Andere Spitäler mit einer Stroke Unit machen die notwendige Diagnostik und verlegen bei Bedarf weiter an das Schlaganfallzentrum. Die Diagnostik muss sehr schnell erfolgen und besteht aus neurologischer Untersuchung, womit die Symptome genauer abgeklärt werden: Die Computertomografie oder MRT. Das CT hilft dabei zu erkennen, ob es sich um eine Ischämie oder eine Hirnblutung handelt, ob also ein Blutgefäss verstopft oder eines geplatzt ist. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil die Akuttherapie dieser beiden Formen von Schlaganfall ganz unterschiedlich ist.
Im weiteren Verlauf muss dann die Ursache des Schlaganfalles geklärt werden mit Hilfe von:
- Ultraschalluntersuchung der Halsgefässe
- Ultraschalluntersuchung des Herzens
- Herzstromkurve (über mind. 48h), um zu erkennen, ob Herzrhythmusstörungen vorliegen.
Schlaganfall: Geschlechtsspezifische Aspekte
Obwohl die klassischen Anzeichen eines Schlaganfalls – wie eine plötzliche einseitige Lähmung, Sprachstörungen oder Sehausfälle – grundsätzlich für alle Geschlechter gelten, gibt es wichtige geschlechtsspezifische Unterschiede sowohl bei den Symptomen als auch bei den Risikofaktoren, die bei Frauen beachtet werden müssen. Ein Bewusstsein für diese Unterschiede ist entscheidend, da sie die rechtzeitige Diagnose und Behandlung beeinflussen können.
Unterschiede in der Symptomatik
Während Männer häufiger die „klassischen“ fokalen Ausfälle zeigen, können bei Frauen zusätzlich oder manchmal auch vordergründiger sogenannte atypische oder unspezifischere Symptome auftreten. Dazu gehören beispielsweise:
- Plötzliche, starke und ungewöhnliche Müdigkeit oder allgemeine Schwäche
- Übelkeit und Erbrechen
- Kurzatmigkeit oder Atemnot
- Schmerzen, beispielsweise im Brustbereich, Nacken, Kiefer oder in den Gliedmassen (was fälschlicherweise als Herzinfarkt oder andere Erkrankung gedeutet werden kann)
- Plötzliche Verwirrtheit, Desorientierung oder Bewusstseinsstörungen
- Schluckauf oder plötzliche Verhaltensänderungen
Diese unspezifischen Symptome können die Diagnose erschweren, da sie nicht immer sofort mit einem Schlaganfall in Verbindung gebracht werden. Es ist wichtig zu betonen, dass Frauen auch die klassischen Symptome erleiden können.
Besondere Risikofaktoren bei Frauen
Frauen haben einige geschlechtsspezifische Risikofaktoren für einen Schlaganfall, und bestimmte allgemeine Risikofaktoren können bei ihnen ein höheres relatives Risiko darstellen:
- Hormonelle Faktoren: Die Einnahme der Antibabypille (insbesondere in Kombination mit Rauchen), Schwangerschaft (und Komplikationen wie Präeklampsie) sowie Hormonersatztherapien in den Wechseljahren können das Risiko erhöhen.
- Vorhofflimmern: Diese Herzrhythmusstörung ist bei Frauen mit einem höheren Risiko für einen Schlaganfall und oft auch mit schwereren Verläufen verbunden als bei Männern.
- Diabetes mellitus: Frauen mit Diabetes haben ein tendenziell höheres Schlaganfallrisiko als Männer mit Diabetes.
- Migräne mit Aura: Von dieser Migräneform sind Frauen häufiger betroffen, und sie stellt einen bekannten Risikofaktor für ischämische Schlaganfälle dar.
- Höheres Erkrankungsalter: Frauen erleiden Schlaganfälle im Durchschnitt oft in einem höheren Lebensalter als Männer, was mit einer Zunahme anderer Begleiterkrankungen und einer potenziell komplexeren Ausgangslage einhergehen kann.
Die Kenntnis dieser geschlechtsspezifischen Unterschiede ist sowohl für die Prävention als auch für die schnelle und korrekte Reaktion im Notfall von grosser Bedeutung, um die Behandlungsergebnisse für alle Betroffenen zu optimieren.
Schlaganfallversorgung zu jeder Tages- und Nachtzeit
Das USZ bietet alle Möglichkeiten einer modernen Schlaganfallversorgung zu jeder Tages- und Nachtzeit. Dafür arbeiten Spezialistinnen und Spezialisten aus der Neurologie, der Neuroradiologie und der Neurochirurgie im 3-Schichtbetrieb. Damit wird eine qualitativ hochwertige Versorgung auch nachts und am Wochenende sichergestellt. Das Schlaganfallzentrum am USZ ist sehr aktiv in der Forschung, sowohl im Netzwerk aller Schlaganfallspezialistinnen und Schlaganfallspezialisten in der Schweiz als auch mit eigenen Studien zu Therapien in der Akutbehandlung und der Rehabilitation. Am USZ finden Sie im Notfall und auch lange nach der Akutphase zu jedem Problem rund um den Schlaganfall die richtige Spezialistin oder den richtigen Spezialisten.
Schlaganfall vorbeugen und frühzeitig erkennen
Das Risiko für einen Schlaganfall lässt sich senken, wenn Sie vor allem die häufigen Risikofaktoren kontrollieren und behandeln. Im Rahmen unserer spezialisierten Schlaganfallsprechstunden beraten und helfen wir Ihnen dabei:
- Verhindern Sie, Bluthochdruck zu entwickeln – und falls das nicht gelingt, sollte er zumindest gut eingestellt sein. Das bedeutet, dass Sie mit uns in Absprache ihren Blutdruck senken und zwar durch die richtige Medikamentendosis und einen gesunden Lebensstil.
- Schützen Sie sich vor zu hohen Blutfett oder Zuckerwerten mit gesunder Ernährung, Bewegung und falls nötig mit Medikamenten, die wir mit Ihnen optimal einstellen.
- Hören Sie mit dem Rauchen auf.
- Achten Sie auf regelmässige Bewegung.
- Falls Sie manchmal Herzstolpern oder andere Pulsunregelmässigkeiten haben, lassen Sie diese bitte von einer Kardiologin oder einem Kardiologen abklären.
- Vermeiden Sie Stress.
Zusätzlich kann eine Ultraschalluntersuchung der Blutgefässe, etwa der Halsschlagader, zeigen, ob die Blutgefässe in Ordnung sind, oder die innerste Schicht der Gefässwand verändert ist – ein wichtiger Hinweis auf Arteriosklerose. Selbstverständlich ergänzen regelmässige Blutdruckkontrollen das Präventionsprogramm von Schlaganfall.
Verlauf und Prognose beim Schlaganfall
Letztlich kann ein Schlaganfall lebensbedrohlich sein. In Industrienationen wie der Schweiz steht der Hirnschlag auf Platz drei der Todesursachen. Er kann zu lebenslangen Behinderungen, aber auch zu Demenz führen. Dies hat enorme Kosten für das Gesundheitssystem zur Folge (alleine die direkten Gesundheitskosten belaufen sich auf über 700 Mio. CHF pro Jahr).
Ein Schlaganfall ist deshalb immer ein medizinischer Notfall und die Behandlung sollte so schnell wie möglich starten. Jede Minute zählt. Setzt die Therapie zeitnah beim Auftreten der ersten Symptome ein, und ist nur ein kleines Areal im Gehirn betroffen, kann es gelingen, dass der Schlaganfall im günstigsten Fall ohne Folgen bleibt.
Manchmal erfolgt die Therapie leider nicht ganz so rasch, es bleiben mehr oder weniger beeinträchtigende Funktionsstörungen zurück – etwa Sprachstörungen und partielle Lähmungen. Mit der entsprechenden Neurorehabilitation können diese jedoch mit der Zeit verschwinden oder zumindest gemildert werden. Das Gehirn entwickelt dabei die Fähigkeit, dass intakte Areale die Aufgaben lernen und übernehmen, die mit den geschädigten Bereichen verloren gegangen waren. Allerdings benötigt das oft viel Zeit, aber auch Kraft, Willen und Motivation der Betroffenen.
Selbsthilfegruppen
Der Austausch mit Gleichbetroffenen kann bei der Bewältigung einer Krankheit eine grosse Unterstützung sein. Beratung auf der Suche nach einer geeigneten Selbsthilfegruppe erhalten Sie bei Selbsthilfe Zürich. Selbsthilfe Zürich und das Universitätsspital Zürich sind Kooperationspartner im nationalen Projekt «Gesundheitskompetenz dank selbsthilfefreundlicher Spitäler».
Schlaganfall: Behandlung – je schneller umso besser
Je nachdem, ob es sich um einen ischämischen Schlaganfall (verursacht durch ein blockiertes Blutgefäss) oder einen hämorrhagischen Schlaganfall (verursacht durch eine Hirnblutung) handelt, unterscheiden sich die Therapien grundlegend. In jedem einzelnen Fall ist der Faktor Zeit jedoch absolut kritisch. Eine umgehende, präzise Diagnostik, in der Regel mittels bildgebender Verfahren wie Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT), ist daher unerlässlich. Diese ermöglicht es, die Art des Schlaganfalls schnell zu identifizieren und so ohne Verzögerung die passende, oft sehr unterschiedliche, Akutbehandlung einzuleiten.
Beim ischämischen Schlaganfall ist das Hauptziel, die Blutzufuhr zum betroffenen Hirnareal so rasch wie möglich wiederherzustellen (Reperfusion). Dies kann medikamentös durch die Auflösung des Blutgerinnsels (systemische Thrombolyse) oder mechanisch durch dessen Entfernung mittels eines Kathetereingriffs (Thrombektomie) geschehen.
Beim hämorrhagischen Schlaganfall hingegen liegt der Fokus der Akuttherapie darauf, die Blutung zu stoppen, den oft erhöhten Hirndruck zu kontrollieren und lebenswichtige Funktionen zu stabilisieren. Dies kann beispielsweise blutdruckregulierende Massnahmen, die Gabe von Medikamenten zur Blutgerinnung oder in bestimmten Fällen auch einen neurochirurgischen Eingriff erfordern.
Unabhängig von der Ursache ist die sofortige Verlegung des Patienten in eine spezialisierte Abteilung (Stroke Unit oder Stroke Center) von entscheidender Bedeutung. Dort können eine kontinuierliche Überwachung und eine schnelle Reaktion auf mögliche Komplikationen gewährleistet werden. Das oberste Ziel all dieser schnellen und gezielten Massnahmen ist jedoch immer, so viel Hirngewebe wie möglich zu retten, die durch den Schlaganfall ausgelösten neurologischen Funktionsausfälle zu minimieren oder bestmöglich wiederherzustellen und frühzeitig die Weichen für die nachfolgende Rehabilitation und Sekundärprävention zu stellen.
Details zu den Behandlungen
FAQ zum Thema Schlaganfall
Ein Hirnschlag, medizinisch auch Apoplex genannt, ist der Oberbegriff für eine plötzliche Durchblutungsstörung im Gehirn. Eine Hirnblutung ist eine Form des Hirnschlags, bei der ein Blutgefäss im Gehirn platzt; die andere Hauptform ist der ischämische Schlaganfall, verursacht durch ein verstopftes Blutgefäss.
Die ersten Anzeichen treten meist plötzlich auf und können eine einseitige Schwäche oder Lähmung (Gesicht, Arm, Bein), Sprach- oder Verständnisschwierigkeiten, plötzliche Sehstörungen (oft auf einem Auge), Schwindel mit Gangunsicherheit oder sehr starke, ungewohnte Kopfschmerzen sein. Nutzen Sie den FAST-Test (Face, Arms, Speech, Time), um Symptome schnell zu erkennen.
Vorboten eines Schlaganfalls können transitorische ischämische Attacken (TIA) sein. Das sind kurzzeitige, schlaganfallähnliche Symptome (z.B. Lähmungen, Sprachstörungen), die sich innerhalb von Minuten bis Stunden vollständig zurückbilden, aber als ernste Warnzeichen für einen drohenden Schlaganfall gelten.
Ein Schlaganfall selbst tritt meist plötzlich ohne lange Vorwarnzeit auf. Transitorische ischämische Attacken (TIA) als mögliche Vorboten können Stunden, Tage oder Wochen vor einem Schlaganfall auftreten, jedoch erlebt nicht jeder Betroffene solche Warnsignale.
Ein Schlaganfall kann sich im Auge durch plötzliche Sehstörungen äussern, wie z.B. dem Verlust des Sehvermögens in einer Seite des Gesichtsfeldes, dem Sehen von Doppelbildern, einer Verschwommen- oder Nebelwahrnehmung oder einer Blindheit eines Auges.
Es gibt keinen Unterschied; die Begriffe Apoplex (oder Apoplexia cerebri) und Schlaganfall werden synonym verwendet. Apoplex ist ein älterer, medizinischer Fachbegriff für die plötzlich auftretende Durchblutungsstörung des Gehirns, der heute nicht mehr verwendet wird.
Chronisch erhöhter Blutdruck (arterielle Hypertonie) ist ein Hauptrisikofaktor für einen Schlaganfall. Ein dauerhafter Blutdruck von über 140/90 mmHg erhöht das Risiko deutlich, wobei das Risiko mit steigenden Werten weiter zunimmt; es gibt jedoch keinen exakten Grenzwert, ab dem ein Schlaganfall unmittelbar droht, da auch andere individuelle Faktoren eine Rolle spielen.
Die Chancen auf vollständige Genesung nach einem Schlaganfall hängen von vielen Faktoren ab, darunter die Schwere und Lokalisation des Schlaganfalls, die Schnelligkeit der Behandlung („Time is Brain“) und die Qualität der Rehabilitation. Manche Menschen erholen sich vollständig oder mit nur geringen Einschränkungen, während andere bleibende Behinderungen davontragen können.
Die drei Hauptursachen sind:
- Atherosklerose der grossen hirnversorgenden Arterien (Makroangiopathie): Arterienverkalkung führt zu Verengungen oder zum Aufbrechen von Plaques mit lokaler Gerinnselbildung (Thrombose) oder Verschleppung von Gerinnselteilen (arterio-arterielle Embolie).
- Kardiale Embolie: Blutgerinnsel, die sich im Herzen bilden (häufig bei Vorhofflimmern oder nach einem Herzinfarkt) und ins Gehirn gespült werden.
- Erkrankung der kleinen Hirngefässe (Mikroangiopathie/lakunäre Infarkte): Schädigung kleiner Arterien tief im Gehirn, oft durch chronischen Bluthochdruck oder Diabetes verursacht.