Chirurgische Behandlung der Adipositas

Das USZ bietet ein bariatrisches Chirurgieprogramm von internationaler Spitzenklasse. Eine Operation kann helfen, Gewicht langfristig zu reduzieren und gesundheitliche Risiken deutlich zu senken.

Bariatrische Operationen haben auch in der Ära der GLP-1 Agonisten (Abnehmspritzen) weiterhin einen hohen Stellenwert, da sie vor allem im Langzeitverlauf eine deutlich überlegene Gewichtsreduktion (ca. 65–75% des überschüssigen Körpergewichts) bewirken. Nach dem Eingriff kommt es bei vielen Patientinnen und Patienten zu einer erheblichen Verbesserung assoziierter Stoffwechselkrankheiten und auch einer höheren Lebenserwartung. Auch die sehr hohe Patientensicherheit bariatrischer Operationen ist umfassend untersucht und dokumentiert, so dass es nicht überrascht, wenn bariatrische Eingriffe mittlerweile zu den am häufigsten durchgeführten Operationen gehören.

BMI berechnen

Bariatrische Operationen führen zuverlässig zu Gewichtsverlust und reduzieren ausserdem das Risiko vieler Erkrankungen, wie:

Operationsmöglichkeiten

Am USZ werden vor allem der Roux-Y-Magenbypass und die Schlauchmagenoperation durchgeführt; je nach individueller Situation können auch andere Verfahren in Betracht gezogen werden.

Schlauchmagen (Sleeve gastrectomy)

Die Sleeve-Gastrektomie (Schlauchmagen-Operation) und der Magenbypass sind mit etwa 90% aller weltweit durchgeführten bariatrischen Eingriffe mit Abstand die wichtigsten Operationsverfahren.

Grafik einer Schlauchmagenoperation

© Dr Levent Efe, courtesy of IFSO

Bei diesem minimal-invasiven Eingriff wird der Magen durch kleine Hautschnitte zu etwa 80% entfernt. Zurück bleibt ein «Schlauchmagen» mit einem Durchmesser von zwei bis drei Zentimetern, der zu einer schnelleren Magenentleerung und damit zu einer früheren Sättigung führt. Folglich reduzieren die Patienten die Portionsgrösse pro Mahlzeit, was einen rasch einsetzenden, hohen Gewichtsverlust und auch eine langfristige Erhaltung des erreichten Gewichtsniveaus bewirkt. Darüber hinaus wird die Produktion des sogenannten Hungerhormons (Ghrelin), das hauptsächlich im Magenfundus produziert wird, deutlich reduziert. Die Ergebnisse in Bezug auf den Gewichtsverlust über 10 Jahre sind mit denen des Magenbypass vergleichbar. Die Dauer einer Schlauchmagenoperation ist kürzer als beim Magenbypass und langfristige Nahrungsdefizite treten seltener auf, allerdings ist der langfristige Gewichtsverlust etwas geringer und gastroösophagealer Reflux etwas häufiger.  Sie kann auch als erster Schritt eines zweiphasigen bariatrischen Ansatzes durchgeführt werden, wenn bei unzureichendem Gewichtsverlust, sekundärer Gewichtszunahme oder hartnäckiger gastroösophagealer Refluxkrankheit die Umstellung auf einen Magenbypass erforderlich ist.

 

Roux-en-Y Magenbypass

Die Magenbypass-Operation ist eine der etabliertesten bariatrischen Methoden, um eine signifikante Gewichtsabnahme zu erreichen und damit einhergehende Krankheiten zu lindern. Es handelt sich um ein minimal-invasives Verfahren, bei dem ein kleiner Magenbeutel gebildet wird, der die aufgenommene Nahrung aufnimmt und sie über eine neue Verbindung zum Dünndarm befördert (im Bild gelb dargestellt).

Grafik einer Roux En Y Opertation

© Dr Levent Efe, courtesy of IFSO

Die im verbleibenden (ausgeschlossenen) Magen produzierten Sekrete sowie die Verdauungssäfte der Galle und des Pankreas (im Bild grün dargestellt) vermischen sich an einer weiter entfernten Stelle des Dünndarms mit der Nahrung, die dann im gemeinsamen Kanal zum Dickdarm verdaut wird. Im Gegensatz zur Schlauchmagenoperation wird kein Teil des Magen-Darm-Trakts entfernt. Die Operation führt zu einer schnellen Magenentleerung und damit zu einer schnellen Sättigung und einer Verringerung der Portionsgrösse führt. Hieraus resultiert eine reduzierte Kalorienaufnahme mit schnellem Gewichtsverlust bei sehr guter Gewichtserhaltung. Die Operation führt zur verminderten Aufnahme einiger Vitamine und Spurenelemente, die daher lebenslang ersetzt und regelmässig überwacht werden müssen.

Bariatrische Operationen bei Jugendlichen und älteren Personen

  • Jugendliche: Bei Jugendlichen unter 18 Jahren ist eine bariatrische Operation eine Option, wenn der BMI über 35kg/m2 liegt und mindestens eine schwerwiegende Begleiterkrankung vorliegt.
  • Ältere Personen: Es gibt keine Altersobergrenze für bariatrische Chirurgie. Bei Patientinnen und Patienten über 70 Jahren ist die bariatrische Chirurgie mit etwas höheren postoperativen Komplikationsraten verbunden, bietet aber dennoch erhebliche Vorteile in Bezug auf Gewichtsverlust und Remission von Begleiterkrankungen.

Ablauf und Nachsorge

Zunächst wird geklärt, ob ein chirurgischer Eingriff zur Gewichtsreduktion grundsätzlich für Sie in Frage kommt. Bestehen keine Bedenken, folgen weitere Abklärungen:

  • Basisdiagnostik: Körperliche Untersuchung, Blutanalyse, Ultraschall der Bauchorgane
  • Abklärungen zum gegenwärtigen Gesundheits- und Ernährungszustand
  • Ernährungsberatung
  • Psychologisches Gutachten
  • Magenspiegelung (Gastroskopie)
  • Optimierung der Therapie von Begleiterkrankungen, Raucherentwöhnung, Minimierung des Alkoholkonsums und körperliche Aktivität zur Risikoverminderung des Eingriffs

In manchen Fällen können folgende Zusatzuntersuchungen nötig sein:

  • EKG, Belastungs-EKG, Lungenröntgen, Lungenfunktion (Abklärung des Narkoserisikos)
  • Untersuchung der Speiseröhre mit Säure- und Druckmessung (Patientinnen und Patienten mit Refluxsymptomen oder Hiatushernie)
  • Ultraschalluntersuchung des Herzens, Darstellung der Herzkranzgefässe
  • Pneumologische Abklärung/Schlaflabor (Schlaf-Apnoe– und Adipositas-Hypoventilations-Syndrom).

Die Durchführung der oben genannten Abklärungen kann zwischen 2-4 Monate in Anspruch nehmen. Am USZ bieten wir Patientinnen und Patienten eine ganzheitliche Abklärung während eines kurzen Spitalaufenthaltes an, um den Prozess zu verkürzen.

Nachsorge

Nachsorgeuntersuchungen sind ein wichtiger Bestandteil des Behandlungskonzepts. Neben dem Monitoring des Gewichtsverlaufs und der an die OP angepassten Ernährung dient sie der frühzeitigen Erkennung und Verhinderung von Mangelzuständen. Hierzu werden regelmässig Blutuntersuchungen durchgeführt, die aufzeigen, ob gegebenenfalls bestimmte Vitamine oder Mineralstoffe ergänzt werden müssen. Schwangerschaften sollten in der ersten Zeit (ca. 18-24 Monate) nach der Operation vermieden werden.

Die Nachsorgeuntersuchungen finden zunächst alle 3-6 Monate statt. Bei gutem Verlauf können sie nach 24 Monaten auf jährliche Kontrollen reduziert werden. Bei Problemen steht unser Team aber 24 Stunden pro Tag zur Verfügung. Sollte es erforderlich sein, bieten wir auch das gesamte Spektrum an Revisionsoperationen nach vorangegangenen bariatrischen Operationen an, einschliesslich der Behandlung von Gewichtszunahme, Hiatushernie/Reflux, übermässigem Gewichtsverlust, chronischen Schmerzen (innere Hernie, Invagination, Probleme im Zusammenhang mit Magenbändern usw.) oder schwerem Dumping-Syndrom.

Alle Fälle werden wöchentlich in unserem interdisziplinären „Adipositas Board“ besprochen und erhalten so einen 360-Grad-Input von allen beteiligten Gesundheitsexperten.

Plastische Chirurgie

Nach einem hohen Gewichtsverlust sind häufig grosse Hautüberschüsse vorhanden. Diese befinden sich meist im Bereich der Hüfte, der Brust, des Gesässes oder Oberschenkels. Dies kann eine oder mehrere chirurgische Massnahmen erfordern, um Hautgewebe zu entfernen oder zu straffen. Diese Operationen zur Körperformung werden leider nicht immer von der Krankenkasse erstattet. Die Entscheidung über die Kostenübernahme hängt eher von somatischen Faktoren als von ästhetischen Gründen ab.

Angebot Bauchdeckenstraffung

Kosten

Bei gegebener Indikation stellen bariatrische Operationen eine Pflichtleistung der Krankenkassen dar, so dass die Einreichung eines Kostengutsprachegesuchs an einem zertifizierten Zentrum nicht notwendig ist. Die ausführlichen Richtlinien hierfür finden Sie unter www.smob.ch. Die wichtigsten Kriterien sind:

  • Bodymassindex (BMI) beträgt > 35 kg/m²
  • insgesamt 2 Jahre (1 Jahr bei BMI > 50 kg/m²) Versuch, auf andere Art und Weise unter ärztlicher Begleitung abzunehmen.

Interdisziplinäre Behandlungspfade

In vielen Fällen kann ein bariatrischer Eingriff die Voraussetzung schaffen, um andere medizinische Behandlungen sicher und erfolgreich durchführen zu können. Am USZ arbeiten wir daher eng mit hochspezialisierten Fachabteilungen zusammen und haben strukturierte klinische Pfade für folgende Situationen entwickelt:

  • Gelenkersatzoperationen: Bei Patientinnen und Patienten mit starkem Übergewicht sind Hüft- oder Knieprothesen mit erhöhten Risiken verbunden. Eine vorangehende Gewichtsreduktion durch bariatrische Chirurgie kann die Erfolgsaussichten dieser Eingriffe verbessern.

  • Bauchwandhernien: Adipositas erhöht das Risiko für grosse Hernien, Komplikationen bei der Operation und das Wiederauftreten. Eine vorgängige Adipositasbehandlung kann die chirurgischen Bedingungen deutlich verbessern.
    Behandlung Bauchwandhernien

  • Organtransplantationen: Starkes Übergewicht kann die Eignung für eine Leber‑, Nieren‑, Herz‑ oder Lungentransplantation beeinträchtigen. Eine Gewichtsreduktion durch bariatrische Chirurgie kann hier helfen, die Transplantationsfähigkeit wiederherzustellen.
    Angebot Nierenerkrankung
    Behandlung Leberzirrhose

  • Schwangerschaft bei PCOS: Bei Frauen mit polyzystischem Ovarialsyndrom kann ein bariatrischer Eingriff nicht nur das Gewicht, sondern auch hormonelle Begleiterkrankungen positiv beeinflussen und die Chance auf eine Schwangerschaft erhöhen. PCOS-Zentrum

  • Idiopathische intrakranielle Hypertension: Studien zeigen, dass eine Gewichtsreduktion nach bariatrischer Operation den Hirndruck signifikant senken kann – ein entscheidender Faktor in der Therapie dieser seltenen Erkrankung. Zum Angebot

Zuständige Fachpersonen

Christian Gutschow, Prof. Dr. med.

Chefarzt, Departement für Viszeral- und Transplantationschirurgie

Tel. +41 44 255 97 23
Spezialgebiete: Chirurgie oberer Gastrointestinaltrakt (Upper-GI), Bariatrie

Daniel Gero, PD Dr. med. Dr. sc. med.

Oberarzt, Departement für Viszeral- und Transplantationschirurgie

Tel. +41 43 253 07 93
Spezialgebiete: Metabolische und bariatrische Chirurgie (Adipositaschirurgie), Chirurgie oberer Gastrointestinaltrakt (Upper-GI)

Magdalena Biraima-Steinemann, Dr. med.

Medical Consultant, Departement für Viszeral- und Transplantationschirurgie

Tel. +41 44 255 30 89

Diana Vetter, PD Dr. med.

Chefärztin, Departement für Viszeral- und Transplantationschirurgie

Tel. +41 43 253 56 72
Spezialgebiete: Allgemeine Viszeralchirurgie, Endokrine Chirurgie

Marcel Schneider, PD Dr. med. Dr. sc. nat.

Oberarzt, Departement für Viszeral- und Transplantationschirurgie

Tel. +41 43 253 29 45
Spezialgebiete: Chirurgie oberer Gastrointestinaltrakt (Upper-GI)

Samuel Aemisegger

Teamleiter Clinical Nurse, Departement für Viszeral- und Transplantationschirurgie

Tel. +41 44 255 97 67
Spezialgebiete: Chirurgie oberer Gastrointestinaltrakt, Metabolisch bariatrische Chirurgie

Für Patientinnen und Patienten

In der Adipositassprechstunde besprechen wir individuelle Ernährungs- und Bewegungsmassnahmen und evaluieren medikamentöse sowie chirurgische Therapien.

Tel. +41 43 254 04 44
Mail azz@usz.ch
Online Kontakt aufnehmen

Für Zuweisende

Auf dem Gebiet der Adipositas führende Expertinnen und Experten verschiedenster Fachrichtungen arbeiten eng zusammen, um für Ihre Patientinnen und Patienten einen eigenen angepassten Behandlungspfad zu definieren. Wir freuen uns auf Ihre Zuweisung.

Tel. +41 43 254 04 44
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Online zuweisen

Häufig gestellte Fragen zum Thema Bariatrische Chirurgie

Nach einer Magenbypass- oder Schlauchmagen-Operation folgt ein spezieller Kostaufbau. Am ersten Tag nach der Operation wird bei uns mit dem Kostaufbau begonnen. Ein Tag klare Flüssigkeit, anschliessend 2 Tage flüssige Kost, 2 Tage fein pürierte Kost und dann für weitere 2-3 Wochen nochmals weiche Kost. Ab ca. 3-4 Wochen kann langsam auf Normalkost umgestellt werden.

Grundsätzlich gilt:

  • Langsam Essen und sehr gut kauen. Sich nur auf das Essen konzentrieren nichts anderes gleichzeitig machen (wie z.B. Fernsehen, lesen, am PC arbeiten etc.).
  • Eine regelmässige Mahlzeitenverteilung einhalten. Anfangs besteht diese aus drei kleinen Hauptmahlzeiten und 2-3 Zwischenmahlzeiten, längerfristig je nach Gewichtsverlauf nur noch aus drei Hauptmahlzeiten.
  • Proteine (= Eiweiss) sind besonders wichtig nach einer Magenbypass-Operation. Proteine sind vor allem für eine gesunde Gewichtsabnahme wichtig, bei einer ungenügenden Proteinzufuhr wird vermehrt Muskelmasse abgebaut. Proteinreiche Nahrungsmittel sind fettarmer Fisch und Fleisch, Hülsenfrüchte, Fleischersatz, Eier, Milch und Milchprodukte.
  • Zuckerkonsum möglichst niedrig halten, vor allem gezuckerte Getränke wie Süssgetränke, Fruchtsäfte wie auch light-Getränke auf Basis von Fructose oder Maltose verzichtet werden. Insbesondere nach einer Bypass-Operation wird Zucker sowie Fructose/Maltose sehr schnell ins Blut aufgenommen, was zu einem sogenannten Dumping-Syndrom führen kann (Unwohlsein mit z.B. Schwindel, Zittern, Schweissausbrüchen).
  • Die Fettzufuhr möglichst einschränken, um Fettstühle zu vermeiden. Wir empfehlen eine Zufuhr unter 70g pro Tag empfohlen.
  • Möglichst 2 Liter energiearme Getränke trinken. In der ersten Zeit sollte die Kohlensäure wegelassen werden. Trinken und essen möglichst verschoben einnehmen.
  • Vitamin- und Mineralstoffpräparate müssen täglich und lebenslänglich zugeführt werden. Damit das Vitamin D vom Körper hergestellt werden kann, ist es notwendig, sich mind. 15 Minuten täglich draussen unter freiem Himmel zu bewegen.

Ja. Vor allem nach einer Magenbypass-Operation müssen Sie mit der Vitamin- und Mineraliensupplementation fortfahren, um Ernährungsmangelzustände zu vermeiden. Diese Mangelzustände können verursacht sein durch eine verminderte Aufnahme und Schwierigkeiten, Nährstoffe nach dem Eingriff zu absorbieren. Daneben besteht das Risiko, eine durch einen langfristigen Ernährungsmangel verursachte Erkrankung (z.B. Osteoporose) zu entwickeln. Die meisten Patientinnen und Patienten brauchen ein Multivitaminpräparat, Kalzium (ca. 1200 mg), Eisen für menstruierende Frauen (325 mg) und Vitamin B12 (eine Injektion pro 3 Monate). Vitamine können in Form von Tabletten oder flüssig eingenommen werden. Wenn Sie sich für eine Multivitamintablette entscheiden, nehmen Sie eine solche in Form einer Kautablette oder ein Multivitamin für Kinder. Nehmen sie nicht Kalzium und Eisenminerale zusammen und versuchen Sie es zu vermeiden, Vitamine auf nüchternen Magen zu nehmen.

Nach unserer Erfahrung hat ein Grossteil der Patientinnen und Patienten nach einer Magenbypass- oder Schlauchmagen-Operation nach 6-9 Monaten das Übergewicht um 50% verringert. Die Gewichtskurve stabilisiert sich in der Regel nach etwa 12-18 Monaten.

Inwiefern es zur Ausbildung von grossen überschüssigen Hautlappen kommt, ist einerseits abhängig vom Gewebetyp einer Person sowie vom Ausmass des Gewichtverlustes und andererseits vom Alter. Entstehen durch diese Hautlappen chronische Irritationen und Infekte, können sogenannte Fettschürzenoperationen von der Krankenkasse übernommen werden. Die Kosten hierfür müssen bei der Krankenkasse beantragt werden. Hier hilft die plastische Chirurgin oder der plastische Chirurg bei der Antragsstellung. Eine Kostenübernahme machen Krankenkassen meist vom Vorliegen gesundheitlicher Probleme oder einer eingeschränkten Arbeitsfähigkeit abhängig.

Die Nebenwirkungen schwanken in ihrem Auftreten und Ausmass und sind schwierig vorherzusagen. Einige Leute berichten über Probleme wie Durchfall, vermehrtes Abgehen von Wind und Erbrechen. Die meisten Nebenwirkungen können durch Änderungen in der Nahrungszusammenstellung vermindert werden. Mangelernährung ist selten mit den gegenwärtigen Eingriffen, obwohl Vitamin/Mineraliensubstitution ausserordentlich wichtig ist. Alle Patientinnen und Patienten müssen ihr Leben lang bestimmte Zusätze nehmen, da die Operation Änderungen in der Absorption von Nährstoffen und eine verminderte Flüssigkeitsaufnahme verursacht.

Dies ist bei jeder Person unterschiedlich und hängt jeweils vom Eingriff ab. Jede postoperative Komplikation führt verständlicherweise dazu, dass sich die Aufenthaltsdauer der Patientin oder des Patienten verlängert. Im Durchschnitt, ohne Komplikation nach der Chirurgie, beträgt der Aufenthalt für einen laparaskopischen Magenbypass oder eine Schlauchmagenresektion etwa 2-3 Tage. Die Patientinnen und Patienten können gewöhnlich 3-4 Wochen nach der Operation wieder arbeiten.

Die Durchführung einer operativen Massnahme und die Übernahme der damit verbundenen Kosten für Narkose, stationären Aufenthalt, Medikamente usw. werden von den Krankenkassen übernommen, wenn

  • keine gesundheitlichen Risiken vorliegen, die einer bariatrischen Operation entgegen stehen.
  • ein Body-Mass-Index (BMI) von über 35 kg/m2 vorliegt.
  • eine zweijährige, adäquate Therapie zur Gewichtsreduktion erfolglos war, das heisst, wenn in dieser Zeit oder nachher kein BMI unter 35 kg/m2 erreicht und auch gehalten werden kann. Bei einem BMI von über 50 kg/m2 ist eine Dauer von 12 Monaten ausreichend.
  • ein schwer einstellbarer Typ-2-Diabetes und ein BMI von 30-35kg/m2 vorliegt und Blutzucker (HbA1c) trotz adäquater Therapie nicht unter 8% während 12 Monaten.
  • eine schriftliche Einwilligung in die Verpflichtung zu lebenslanger Nachsorge im bariatrischen Netzwerk eines akkreditierten Zentrums vorliegt.